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Lokales

19. September 2017 | 13:50 Uhr

Bio-Energie auf dem Vormarsch

vom

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2010 | 09:18 Uhr

lübz | Gemeindevertreter in Gallin-Kuppentin sprechen mit Einwohnern und verteilen Fragebögen an sie, um ihr Interesse an der Nutzung von Bio-Energie zu erkunden. "Wie schon umgesetzte Beispiele in anderen Orten belegen, wäre es möglich, die Haushalte mit einer Kostenersparnis von mindestens 25 Prozent zu versorgen", sagt Norbert Timm, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung beim Amt Eldenburg Lübz. "Vorab muss die Rentabilität der Investition allerdings in einer durch das Land geförderten Studie nachgewiesen werden. 2011 ist vorgesehen, sie zu erarbeiten."

Da die Versorgung autark geschieht, sei es zudem notwendig, eine örtliche Gesellschaft oder einen Verein ins Leben zu rufen. Bioenergie-Anlagen sollen zu mehr als 50 Prozent Eigentum der Erzeuger und Wärmekunden sein. Für die Verbraucher außerdem von Vorteil: Der Bau der Wärmeleitung und des Hausanschlusses wird ebenfalls hoch gefördert. Die Betreiber von Biogasanlagen erhalten pro Kilowattstunde abgenommenen Stroms einen Bonus von etwa zwei Cents.

Im Amt Eldenburg Lübz acht Biogasanlagen in Betrieb

Um Wärme zu erzeugen, kommen neben Blockheizkraftwerken - zum Beispiel mit Holzhackschnitzeln betrieben - auch Biogasanlagen in Frage. Im Amt Eldenburg Lübz sind acht in Betrieb (jeweils zwei in Gallin und Tessenow sowie jeweils eine in Vietlübbe, Lutheran, Werder und Herzsprung), weitere sind in Planung. Hier benötigte Grundstoffe sind unter anderem Holz, Gylle, Stroh und öl- sowie zuckerhaltige Pflanzen. "In einem Dorf mit 500 Einwohnern und 300 Haushalten entstehen auf der Basis von fossilen Brennstoffen jährlich zwischen 300 000 und 400 000 Euro Heizkosten", sagt Timm. "Deutschlandweit bedeutet dies Ausgaben in Höhe von rund 125 Milliarden Euro - Geld, das noch überwiegend in die die Brennstoffe produzierenden Länder fließt, was sich ändern soll." Zu begrenzter Verfügbarkeit, Klimawandel und Treibhauseffekt kommen in den nächsten Jahren prognostizierte Steigerungen bei Strom- und Heizkosten in Höhe von durchschnittlich fünf Prozent hinzu. Auch Timm weiß, dass Verbraucher vor allem dieser Wert interessiert.

Die Entwicklung zum Bio-Energiedorf ist ebenfalls durch den Bau von Photovoltaikanlagen und Windräderparks möglich. Timm: "Viele Bürger bevorzugen Photovoltaikanlagen, weil bei ihnen keine Geruchs- und/oder Lärmbelästigung zu befürchten sei - eine im Vergleich zu Massentierhaltung, Biogasanlagen und Windrädern zumindest teilweise berechtigte Aussage, wenngleich es bei einer Biogas-Anlage entscheidend auf das ordnungsgemäße Betreiben ankommt."

Die Gemeinde Tessenow hatte im ersten Schritt zunächst elf Hektar Photovoltaikfläche in ihrem Gewerbegebiet in Zachow verkauft. Kurzfristig wurde daraufhin der Bebauungsplan für weitere 19 Hektar erarbeitet. Davon sind wegen des anschließend geänderten "Erneuerbare Energien-Gesetzes" (EEG) allerdings erst drei Hektar bebaut: Die Einspeisevergütung wurde vermindert.

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