Binnenfischer in der Lewitz warten auf Regen

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25. Juli 2010, 05:32 Uhr

Neuhof | Regenmacher müsste man sein, denkt sich wohl dieser Tage Hermann Stahl, Chef des Binnenfischereibetriebes Lewitz Fisch in Neuhof. Wenn sein Blick über die Teiche schweift, sieht er, was andere nicht sehen: Das Wasser schwindet. Momentan etwa einen halben Zentimeter täglich. Seit zwölf Tagen schon. Sind 15 Zentimeter Rückgang erreicht, bedeutet das ein Drittel weniger Stauvolumen. Bei der gleichen Menge Fisch natürlich.

"Das StAUN hat uns am 8. Juli die Maximalentnahme aus den Flüssen um 50 Prozent gekürzt", erklärt Hermann Stahl den Hintergrund des derzeitigen Dilemmas, in dem sich die Binnenfischer befinden. Dass das wirklich notwendig ist, bezweifelt er. Vielmehr geht er davon aus, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, damit die Sportbootfahrer immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben. Weil von dem allerdings mehr verdunstet als aus der Stör und Elde in die Teiche der Lewitz Fisch nachläuft, fallen die. Das ist nicht gut. Gar nicht gut. Und deshalb schaut Hermann Stahl nach den Wolken und wäre am liebsten Regenmacher.

Noch sei es nicht dramatisch, sagt er. Bedenklich schon. Denn je weniger Wasser in den Teichen ist, desto knapper wird das Nahrungsangebot für die Fische. Die merken das, werden unruhig und reagieren zunehmend mit Stress. Hinzu kommt: Der niedriger werdende Wasserstand könnte es den Fischer schon bald unmöglich machen, mit den Booten bis zu den Futterkrippen zu kommen. Und das wäre dann ganz übel, meint Stahl. Von einem Fischsterben sieht er seinen Betrieb dennoch noch weit entfernt.

Anderthalb Wochen, schätzt er, spätestens dann müsste Regen fallen - möglichst über weiten Regionen und in Mengen. Wenn der Niederschlag aber nicht flächendeckend kommen sollte, dann sollten kräftige Schauer wenigstens über der Lewitz niedergehen, hofft Stahl. "Regen bei uns in der Lewitz würde die Teiche direkt füllen. Über den großen Seen, wie dem Schweriner See, dem Plauer See oder der Müritz, wäre auch in Ordnung. Sie sind die Vorflut der Lewitz und damit auch unserer Teiche."

Aber wer weiß schon wie das Wetter wird. Stahl nicht. Er sieht den August in der Monatsmitte als kritischen Punkt. Sind die Teiche bis dahin nicht durch ausreichend Niederschlag aufgefüllt, wird sich das Wasser in seiner chemischen Zusammensetzung immer mehr verschlechtert haben. Stahl, der schon Jahrzehnte in der Binnenfischerei tätig ist, kennt solche Situationen. 2006 war es ähnlich, sagt er . Damals sei der Regen noch rechtzeitig gekommen. Und das hofft er auch in diesem Sommer.

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