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Lokales

17. Dezember 2017 | 20:34 Uhr

Biene sucht Bauer mit Blütenpracht

vom

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2010 | 07:11 Uhr

Güstrow | Mit sogenannten Blühstreifen an ihren Äckern sollen die Landwirte den in Mecklenburg-Vorpommern stark bedrohten Bienen einen neuen Lebensraum bieten. Doch das vom Land geförderte Projekte findet bei den Bauern kaum Anklang. Nur eine Handvoll hätten bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist in der Region einen Antrag gestellt, so das Amt für Landwirtschaft Bützow. Die seit vergangenem Jahr bestehende Blühstreifen-Förderung würde auf nur geringes Inter esse stoßen und kaum ausgeschöpft. Das war auch schon 2009 der Fall. Doch Matthias Hantel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Güstrow, ermahnt seine Kollegen: "Der Landwirt hat nicht nur Verantwortung für seinen eigenen Betrieb, sondern auch für die gesamte Natur."

Für Hantel, selbst Landwirt in Alt Sührkow, handelt es sich um eine Imagesache für die Landwirtschaft. In seinen drei voneinander getrennten Betrieben hat er insgesamt sechs Hektar Blühflächen angelegt. Um zu überleben sind Honigbienen auf ein vielfältiges Blütenangebot in der Landschaft angewiesen. Aktuell werden die Insekten von der sich ausbreitenden Faulbrut in MV akut bedroht. Honigbienen sind wichtige Bestäuber vieler Wild- und Kulturpflanzen. Beispielsweise kann der Rapsertrag um 15 bis 30 Prozent erhöht werden, wenn die Pflanzen von Bienen bestäubt werden. Landwirte können durch die Anlage von Ackerrandstreifen, Blühstreifen und Blühflächen einen wertvollen Beitrag zur Nahrungsversorgung Blüten besuchender Insekten und anderer Klein- und Wildtiere leisten.

Doch Matthias Hantel sieht auch Probleme beim Förderprogramm "Blühstreifen". "Die vorgeschriebene Fläche ist auf zwei Hektar pro Betrieb begrenzt. Zudem muss der Landwirt einen Vertrag mit einem Imker schließen", erklärt er. Doch es gebe immer weniger Imker im Land. Hantel selbst hat gleich drei Imker an der Hand und hätte gerne noch mehr Flächen in Blühstreifen umgewandelt. Die zu verwendende Blühmischung ist vorgeschrieben, der Landwirt kann nicht selbst etwas zusammenmischen. Die Mischung muss jedes Jahr neu ausgesät werden.

Hantel will Landwirtschaft und Bienenschutz in Einklang bringen. Rund 540 Euro bekommt er pro Hektar und Jahr für die Blühflächen. "Hier können Bauern auch Flächen nutzen, die für die Produktion unrentabel sind", sagt er.

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