Rund 120 Reviere im Sternberger Seenland bekannt : Biber geben ihre ersten Burgen wieder auf

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Die Biber im Sternberger Seenland haben sich nach Norden bis auf eine Linie von Bibow über Klein Labenz bis Warnow ausgebreitet, erklärt Naturparkranger Mario Krüger.

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21. Februar 2011, 12:23 Uhr

Kuhlen-Wendorf/Warin | Die Biber im Sternberger Seenland haben sich nach Norden bis auf eine Linie von Bibow über Klein Labenz bis Warnow ausgebreitet, erklärt Naturparkranger Mario Krüger. Doch in dem alten Konzentrationsgebiet, das vor allem die Gemeinde Kuhlen-Wendorf umfasst, lichten sich die Biberburgen. Aufgeben wurden beispielsweise Reviere im Mühlenmoor bei Wendorf, im Bereich Karnin/Langen Brütz und im Wacholdertal bei Weberin.

Im Wacholdertal zeigt sich bereits die Veränderung in der Landschaft. Hier hatte der Biber das Wasser in Terrassenform angestaut. Langsam verfallen seine Dämme wieder und werden irgendwann ganz verschwunden sein, so Mario Krüger.

Eines der beiden Elterntiere war vermutlich beim Überqueren der Straße überfahren worden. Da Biber monogam leben und sich nicht neu verpaaren, blieb das andere Tier allein. Die Nachkommen blieben aus. Wahrscheinlich ist jetzt auch dieser Biber an Altersschwäche gestorben, vermutet Krüger.

In einigen Fällen gebe es einen fließenden Übergang. Das heißt die Reviere werden wieder von neuen Bibern besiedelt. Oft erholt sich die Natur aber erst wieder vor einer Neubesiedlung. So ist es auch in der Fachliteratur beschrieben, erklärt Mario Krüger.

Die Naturparkranger erfassen in einem Monitoring alle Biber im Sternberger Seenland. Das steht kurz vor dem Abschluss. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Doch Krüger schätzt nach bisherigen Erkenntnissen, dass die Zahl der Biber gleich geblieben ist, dass sie sich aber räumlich weiter ausgebreitet haben. Rund 120 Reviere sind bekannt, etwa 20 davon sind verlassen.

Neu hat sich der Biber beispielsweise am Bibowsee, am Abfluss in Richtung Neuhofer See, angesiedelt. Er macht dort einigen Bewohnern Schwierigkeiten und sucht dortige Gärten heim. Ein neues Revier gibt es auch an einem Altarm der Warnow südlich von Weitendorf. Eine Burg haben die Ranger noch nicht gefunden. Wahrscheinlich lebt der Nager in einem Erdbau.

Im Warnowdurchbruchstal bei Gädebebehn gibt es ebenfalls ein neues Revier - das vierte in der Region. "Der Biber reguliert sich alleine", meint Krüger und verweist auf eine Totfund. Ein wahrscheinlich zwei Jahre altes Junges wurde 50 Meter von einer Elternburg entfernt gefunden. Es wies Bissfunden auf, hatte keine Fettreserven mehr und war vermutlich an einer Infektion verendet.

Im Keezer See stießen die Ranger auf eine zweite Biberfamile. An der Rönkendorfer Mühle an der Landstraße Richtung Crivitz hat sich der Nager direkt an der Brücke niedergelassen.

In der Nähe von Brahlstorf waren vor Jahren die ersten Biber ausgesetzt worden. Von dort breiteten sie sich über den Cambser See und die Motel in Richtung Warnow aus. Naturparkrangerin Birgit Erlebach hat mittlerweile erste Biberspuren bei Goldberg nachgewiesen. Ein Zeichen dafür, dass sich die Biber aus dem Sternberger Seenland auch auf den Nachbarnaturpark Nossentiner-Schwinzer Heide ausdehnen.

Im Norden hat es der Biber bisher noch nicht bis in den Wariner See und den Neuklostesee geschafft. Vermutlich ist die Barriere mitten in Warin vom Glammsee aus zu groß. Flächen um das Wehr an der Wariner Mühle sind eingezäunt, so Krüger. Er vermutet aber, dass die Biber sich bald auch hier einen Weg Richtung Norden suchen - evt. über das Speckmoor.

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