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Lokales

20. November 2017 | 07:08 Uhr

Bewährungsprobe für neue Elbdeiche

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2011 | 06:34 Uhr

Dömitz/Neuhaus/Boizenburg | Zwei drei Schippen Sand auf die Schale, dann in den Sack kippen, mit Kabelbinder verschließen und ab auf die Palette. Gestern auf dem Hof des Neuhauser-Deich- und Unterhaltungsverbandes (NDUV) waren Mitarbeiter des Deichverbandes und des Gemeindebauhofes dabei, Sandsäcke zu füllen. "Wir bringen Deichverteidigungsmaterial, also Sandsäcke und Betonstahlmatten nach Preten. Um die Deiche an der Elbe machen wir uns keine Sorgen, die sind alle neu. Aber an den Rückstaudeichen an Sude und Krainke ist noch nicht alles saniert. Hier gibt es gleich mehrere Gefahrenpunkte", sorgt sich der Geschäftsführer des NDUV, Jürgen Sahs.

Denn das Wasser in der Elbe steigt und steigt. Am Elbpegel in Neu Darchau wurde gestern am Vormittag ein Stand von 6,40 Metern gemessen - 24 Zentimeter mehr als am Vortag und einen Meter mehr als noch am vergangenen Donnerstag. Das anhaltende Tauwetter, die Entwicklung der Wasserstände im Oberlauf der Elbe sowie weitere Zuflüsse aus Nebengewässern wie Saale und Havel machten ein weiteres Ansteigen der Pegelstände wahrscheinlich. Die zuständigen Behörden rechnen damit, dass ab Mitte der Woche die Alarmstufe vier und damit der Katastrophenfall ausgelöst wird. Dann gibt der Deichverband die Verantwortung in die Hände des Landkreises Lüneburg. In Mecklenburg gibt es keine Deichverbände. Hier ist gleich der Landkreis zuständig.

Hans Ebeling, Deichverbandsvorsteher des NDUV informiert sich stetig über die Entwicklung. "Nach ungesicherten Voraussagen der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg erreicht die Elbe am Pegel Neu Darchau am Sonntag den Höchststand mit 7,45 Metern. Zwei Tage später werden dann 7,35 Meter vorausgesagt, also wahrscheinlich ist der Scheitel dann doch nicht so lang gezogen." Auch er macht sich, genau wie die Verantwortlichen im Landkreis Ludwigslust, keine Sorgen um die Elbdeiche. Der letzte Abschnitt im Landkreis Ludwigslust bei Neu Kalliß war im Oktober fertig geworden, wie Landrat Rolf Christiansen feststellte. Beide Kreise stimmen sich eng ab, man ist gut vorbereitet.

Am Flussufer in Hitzacker wurde am Wochenende eine metallene Hochwasserschutzwand errichtet, das Bauwerk ist knapp 600 Meter lang und 2,70 Meter hoch. Um den Rückstau des Elbehochwassers in die Löcknitzniederung zu verhindern, wurde am 15. Januar das Löcknitzabschlusswehr in Wehningen bei Dömitz geschlossen. Damit ist der Abfluss der Löcknitz in die Elbe unterbunden. Das Sudeabschlusswehr in Boizenburg war gestern noch nicht geschlossen worden, der Polder Blücher ist geflutet. Für die Flutung des Polders Sückau-West und des Polders Neue Sude gab es noch keine Aussage. "Vielleicht geschieht das morgen für Sückau-West und zwei Tage später dann für den Polder Neue Sude", mutmaßte gestern Jürgen Sahs.

Allerdings läuft das Wasser in den Polder Sückau-West schon über den Überlauf. Würde der Polder Neu Sude geflutet, kann dieser immerhin 25,3 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Sahs hofft indes, dass sich genügend Bürger freiwillig an den Deichwachen beteiligen. Die 13 Deichwachbezirke (zehn an der Elbe und drei an den Rückstaudeichen) müssen besetzt werden.

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