Betriebe suchen Nachwuchs

Lehrling Enrico Schulz an der 3-D-Koordinaten-Messmaschine der Firma Ojinski.
1 von 4
Lehrling Enrico Schulz an der 3-D-Koordinaten-Messmaschine der Firma Ojinski.

von
22. Mai 2011, 06:14 Uhr

Wittenberge/Rühstädt | Das Wittenberger Werk der DB Fahrzeuginstandhaltung wird künftig noch mehr als bisher auch auf Projektarbeit setzen, kündigte Werkleiter Dietmar Schmidt am Sonnabend beim Tag des offenen Unternehmens an. Ein solches Projekt verwirklichen die Wittenberger derzeit gemeinsam mit der DB Waggonbau GmbH in Niesky. Dessen Geschäftsführer Michael Otto war am Sonnabend nach Wittenberge gekommen. Im vergangenen Jahr habe man mit der Gemeinschaftsarbeit begonnen, sagte Otto dem "Prignitzer". Es zeichne sich eine erfreuliche Zusammenarbeit für beide Werke ab. Diese Sicht teilt er mit dem Wittenberger Betriebsleiter. Es geht um Drehgestelle. Während hier in der Elbestadt die Demontage und die Aufarbeitung einzelner Komponenten erfolgt, fertigt Niesky die neuen Rahmengestelle. Das Erste befinde sich derzeit in Minden in der Prüfung. Im Gespräch ist laut Geschäftsführer Otto eine Größenordnung von 170 Stück. Abnehmer wird die DB Autozug sein.

Das Wittenberger Unternehmen der Bahn kann auf eine 135-jährige Geschichte verweisen. "Wir verstehen das als Auftrag an uns und die folgenden Generationen, den Standort erfolgreich weiter zuführen", sagt Schmidt und spricht von den engagierten, erfahrenen und gut ausgebildeten Mitarbeitern die es dazu brauchte und braucht. Deshalb hat das Instandhaltungswerk den Tag des offenen Unternehmens auch genutzt, "um jungen Leute anzusprechen, sie für unser Werk mit seinen Möglichkeiten zu interessieren". Der Werkleiter sieht nämlich durchaus die Gefahr, dass das Werk überaltern könnte. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger ist sich sicher, "dass es unter den Betrieben einen Wettbewerb um die besten Köpfe geben wird".

Um Nachwuchs geht es auch der CNC-Präzisionsfertigung Ojinski GmbH in Rühstädt. "Wir suchen noch zwei Auszubildende, auch deshalb machen wir beim Tag des offenen Unternehmens mit, um noch bekannter zu werden", bekennt Firmenchefin Jana Ojinski. Und das Konzept ist aufgegangen. Bereits am Mittag liegt eine Bewerbungsmappe vor. "Junge Leute haben bei uns gute Perspektiven", erzählt die 32-Jährige. So hat beispielsweise Sebastian Kreutz vor drei Jahren ausgelernt und ist heute schon Produktionsleiter. "Er hatte Feinmechaniker gelernt mit der Zusatzqualifikation Fachwirt", beschreibt Jana Ojinski. Enrico Schulz absolviert diese Zusatzqualifikation auch, er wird seine Lehre im Juni vorfristig abschließen", freut sich die Chefin, die selbst mit 28 Jahren das metallverarbeitende Unternehmen von ihrem Vater übernahm und erfolgreich führt. Brandenburgs Finanzminister Helmut Markov, der sich am Sonnabend den Rühstädter Betrieb ansah, nötigte das großen Respekt ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen