Betriebe sollen selbst löschen

GeorgScholze
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In Rostocker Hafen könnte es künftig eine Werkfeuerwehr geben. So wird es der Kommune in einem externen Gutachten vorgeschlagen. Die angespannte Situation bei der Berufsfeuerwehr würde das entlasten.

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20. März 2009, 07:58 Uhr

Rostock | Werkfeuerwehren im Hafen als Ergänzung zur Berufsfeuerwehr - dies schlägt ein Brandschutzgutachten für die Hansestadt Rostock vor. Die Unternehmensberater der Firma Rinke hatten es im Auftrag der Kommune ausgearbeitet. "Die Frage nach Werkfeuerwehren ist nur ein Problem aus dem Papier, das wir diskutieren müssen", so der Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Georg Scholze.

Die Entscheidung liegt beim Innenministerium Besonders brand- und explosionsgefährdete Betriebe, bei denen ein Schadensfall nicht ausreichend durch die öffentlichen Feuerwehren abgedeckt werden kann, können zur Aufstellung einer solchen Wehr verpflichtet werden. Möglich ist auch eine Werkwehr, die für mehrere Betriebe zuständig ist. Geprüft und entschieden wird die Frage im Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern - nach Antrag eines Betriebes oder der Kommune. Und die würde von der Entlastung der öffentlichen Berufswehr durch die Aufstellung einer solchen Werkwehr profitieren.

Auf betroffene Unternehmen würden unerwartete Kosten zukommen, denn eine Werkwehr unterliegt genauen Vorschriften zur Größe, Struktur und Ausrüstung, die durch das Brandschutzgesetz des Landes geregelt werden. Im Rostocker Hafen, wo zahlreichen Gefahrengüter wie Chemikalien und Öl lagern und verschifft werden, wurden bislang noch keine Gespräche mit infrage kommenden Unternehmen geführt.

"Das würde uns vor völlig neue Probleme stellen. In unserem Betrieb haben wir darüber noch nie nachdenken müssen", sagt Ralf Niebuhr, Sicherheitsingenieur der Firma Yara, die am Standort Peez ein Ammoniaklager unterhält. Aus seiner Sicht ist die Rostocker Feuerwehr in Sachen Havarie- und Brandschutz perfekt eingestellt auf die Anforderungen im Hafen.

Bevor es zu einer Entscheidung kommt, ob die Stadt die in dem Rinke-Gutachten vorgeschlagene Aufstellung einer Werkwehr im Hafen anschiebt, will Georg Scholze noch mit den zuständigen Ämtern und dem Oberbürgermeister beraten. "Ich gehe ergebnisoffen in diese Diskussion", betont er. Der Senator erwartet eine Diskussion aller Ergebnisse des Gutachtens und des Feuerwehrbedafsplans in der Bürgerschaft im nächsten Sitzungsturnus.

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