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Lokales

26. September 2017 | 04:11 Uhr

"Betonkuh" garantiert sichere Einnahmen

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2010 | 06:10 Uhr

Quitzow | Wenn alles klappt, soll noch im Herbst Beginn für den Bau einer Biogasanlage im alten Quitzower Gewerbegebiet sein, ist von Edwin Grönboldt, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, zu erfahren. Im Frühjahr dann will man bereits den ersten Strom an die Wemag liefern, 525 kW in der Stunde ins Netz einspeisen. Eine entsprechende Genehmigung liegt bereits vor.

Und was passiert mit der Wärme? "Die nimmt uns fast zu 100 Prozent der benachbarte Schlachthof ab. Wir sorgen hier dann faktisch für die Grundabsicherung mit Wärme", fügt Ulrich Jura, Leiter Feldbau, an. Der Standort der Anlage zwischen Kartoffelhalle und Schlachtbetrieb sei optimal. Dennoch, rund 450 Meter Wärmeleitung müssen dafür gebaut werden. Rund zehn Prozenten der Gesamtkosten sind dafür veranschlagt, "Geld, das sich aber rentiert", ist sich Grönboldt sicher.

Insgesamt 2,5 Millionen Euro fließen in das Projekt Bio gasanlage. "Jene wird ausschließlich mit eigenen Rohstoffen betrieben, zu etwa 30 Prozent mit Gülle und zu 70 Prozent mit Maissilage. Eigens dafür haben wir schon fast 200 Hektar mehr Mais angebaut. Die Fruchtfolge wird aber auch weiterhin gesichert", betont Jura, denn man baue zudem Kartoffeln, Raps und Getreide an.

Nicht von ungefähr heißen diese Biogasanlagen bei den Landwirten Betonkühe. Zum einem läuft in ihrem Innern ein ähnlicher Gärprozess ab, wie im Pansen. Zum anderen lassen sie sich melken, zumindest im übertragenen Sinne, dafür aber gewinnbringender. Während Milch- und Getreidepreis ständigen Marktschwankungen unterliegen, sichert eine "Betonkuh" über 20 Jahre die Einnahmen. Betriebe in der Konstellation Milch und Feldbau hatten es im vergangenen Krisenjahr um vieles schwerer, denn die Preise waren im Keller. "Wer breiter aufgestellt ist, den traf es nicht so hart", so Grönboldt.

Mit Biogas wollen sich auch die Quitzower ein weiteres Standbein sichern. Und mit im Boot ist der Schlachthof Vion. Hier sieht man vor allem die Nachhaltigkeit und den Synergieeffekt, wie Geschäftsführer Klaus Voigt unterstreicht. "Der Schlachthof hat einen hohen Bedarf an Heißwasser. Über Wärmeaustauscher sei das relativ einfach machbar. "Der Nutzen liegt auf beiden Seiten: die Anlage ist die Wärme los, wir können sie als Heißwasser nutzen und im Rückkreislauf gelangt sie in der gewünschten Temperatur zurück in die Anlage."

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