Besuch aus der Vergangenheit

Ehrliches Interesse mit Hochachtung für die Arbeit der Produktionsschule.
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Ehrliches Interesse mit Hochachtung für die Arbeit der Produktionsschule.

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13. August 2010, 09:28 Uhr

Greven | Ein ausführlicher Erinnerungs-Gottesdienst in der vorbildlich restaurierten Dorfkirche von Greven leitete in dieser Woche ein ganz besonderes Familientreffen auf dem Gelände der heutigen Produktionsschule Westmecklenburg ein.

Enge Verwandte hatten Inge Giesecke zum 90. Geburtstag diesen Familienausflug an die Stätte ihrer glücklichen Jugend geschenkt, die sie "einen Tag vor Einrücken der Russen" 1945 in einer Kutsche mit Frauen und Kindern fluchtartig Richtung Westen verlassen hatte. Mit leuchtenden Augen betrachtete die Schwester der letzten Gutsherrin aus Schleswig-Holstein an der Seite von deren jüngster Tochter Gyde (Pianistin aus Brüssel) und deren Brüder Manfred (Mathematik-Professor in Israel) sowie Roland Knebusch ihr geliebtes Elternhaus in dem schönen Park und waren des Lobes voll für diejenigen, die Beides heutzutage nutzen, pflegen und mit hoffnungsvollem Leben erfüllen.

Auch beim Blick auf den einstigen Pferdestall, der jetzt die kreative Keramikwerkstatt der Berufsbildungseinrichtung für benachteiligte Jugendliche sowie die betreute Wohngruppe "Kinder- & Jugendpark Greven" beherbergt, wurden Erinnerungen wach. So erzählte Roland Knebusch voller Begeisterung von der Pferde-Leidenschaft seines Vaters, von der mit dem bei Kriegsende versteckten Hengst Allat wohl auch eine Grevener Spur in der Spitzenpferdezucht der DDR überlebte. Anders als dem inzwischen im Dreiländereck am Oberrhein praktizierende Psychotherapeuten fiel dem unweit von Regensburg ansässigen Franz Scheid vor allem das in den Augen des gelernten Zimmermanns "herrlich" restaurierte Holzfachwerk des Kirchturms und der barocken Stallgebäude auf. "Is schon a Freide" zu sehen, wie positiv sich alles hier verändert habe seit seinem letzten Besuch vor etwa 20 Jahren, meinte der Bayer in schönster Mundart. Mit seiner direkt aus der Knebusch-Familie stammenden Ehefrau und den Töchterchen Franzi (6) und Sofie (1) wolle er noch ein paar Tage im schönen Mecklenburg Camping machen, merkte er noch an.

Nach einem Familienfoto vor dem ehemaligen Guthaus folgten die 19 Nachfahren der Knebuschs auf Greven und Lindenberg gerne der Einladung von Produktionsschulleiterin Sabine Trepke zur Hausbesichtigung und einer kleinen Kaffetafel, die die Schülerinnen und Schüler eingedeckt und zubereitet hatten. "Wir sind sehr glücklich über dieses ehrliche Interesse an unserer Arbeit und die mit den persönlichen Besuchen der Familie Knebusch verknüpften Möglichkeiten, mehr über den historischen Kontext unseres Domizils in Erfahrung zu bringen", meinte Sabine Trepke, während sich Manfred Knebusch namens seiner Verwandten noch einmal ausdrücklich für den freundlichen Empfang und die liebevolle Pflege der Familiengrabstätte durch Grevener Produktionsschüler bedankte.

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