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Lokales

19. November 2017 | 06:00 Uhr

Berufsschul-Streit wird Fall fürs Gericht

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2010 | 08:29 Uhr

Nordwestmecklenburg | Wenige Monate vor dem Start des neuen Berufsschuljahres gibt es erneut Streit um die Gastronomieausbildung in Westmecklenburg. Nachdem nach jahrelangen Diskussionen des regionalen Planungsverbandes ein Kompromiss erzielt wurde, steht er wieder auf der Kippe. Grund: Die Landeshauptstadt klagt vor dem Verwaltungsgericht Schwerin gegen das Bildungsministerium des Landes MV. Sie will erreichen, dass Auszubildende der Gastronomie-Branche auch weiterhin in Schwerin unterrichtet werden. Der eigentlich erzielte Kompromiss sieht vor, dass Schwerin die Gastronomieausbildung verliert und Azubis aus der Landeshauptstadt zwischen Wismar und Parchim wählen können - das Bildungsministerium verweist in diesem Zusammenhang auf Planungssicherheit. Nordwestmecklenburgs Kreis-Fachdienstleiterin Kerstin Weiss (SPD) reagiert enttäuscht auf die Klage Schwerins. "Wir hatten bereits vor Jahren Bau- und Elektroberufe an die Landeshauptstadt abgegeben. Es ist bedauerlich, dass man jetzt keine einvernehmliche Lösung hinbekommt", sagt Weiss. Der Landkreis Nordwestmecklenburg habe seine Hausaufgaben erledigt. "Durch den Zusammenschluss mit Wismarer Schulen zum Berufsschulzentrum Nord bündelten wir unsere Kräfte", so Weiss. An dem Standort Nord erhalten u. a. Hotel- und Restaurantfachleute, Fachkräfte im Gastgewerbe, Köche und Beiköche den theoretischen Teil ihrer Ausbildung.Bereits im Februar dieses Jahres hatte es Kritik an dem Kompromiss gegeben. Schwerins Schul dezernent Dieter Niesen (SPD) argumentierte: "Schwerin ist nicht nur auf dem Papier Oberzentrum und geografischer Mittelpunkt der Region Westmecklenburg. Hier sind auch Firmen und Schüler konzentriert. Die Verkehrsanbindung ist in alle Richtungen gut, demografische Prognosen sprechen für Schwerin." Niesen kündigte an, notfalls alle juristischen Register ziehen zu wollen, um den Berufsschulstandort Schwerin zu stärken. Rückendeckung erhält Niesen auch aus der Wirtschaft. Das Dilemma, in dem Berufsschulen derzeit stecken, ist der so genannte Geburtenknick in den 1990er-Jahren. "Er ist mit voller Wucht im Berufsschulbereich angekommen. Es besteht die Gefahr, dass Standorte sterben könnten", verdeutlicht Nordwestmecklenburgs Kreis-Fachdienstleiterin Kerstin Weiss. Um dies zu verhindern, rang der regionale Planungsverband seit Jahren um einen Kompromiss, verbunden mit einem regionalen Ausgleichsfaktor.

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