Beregnung sicherte noch gute Kartoffelernte

Jede trockene Minute wird genutzt, denn vor dem ersten Frost sollen die Kartoffeln aus dem Boden sein.  Doris Ritzka
Jede trockene Minute wird genutzt, denn vor dem ersten Frost sollen die Kartoffeln aus dem Boden sein. Doris Ritzka

"Der Kartoffelertrag ist gut", so Ulrich Jura, Leiter Feldbau in der Agrargenossenschaft Quitzow. Grund zur Euphorie gebe es aber nicht. Ohne Beregnung wäre es eng geworden.

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15. Oktober 2009, 09:09 Uhr

Quitzow | Auf 240 Hektar stehen in der Agrargenossenschaft Quitzow Kartoffeln. "Diese Produktion ist eines unserer Standbeine", räumt Ulrich Jura, Leiter Feldbau, unverhohlen ein. 130 Hektar Vermehrung, 80 Hektar Stärkekartoffeln und schließlich noch 30 Hektar Speisekartoffeln sind zu roden. "Das Gros haben wir bereits unter Dach und Fach", so Jura. Die Speise- und Pflanzkartoffeln sind längst aus dem Boden, knapp 58 Hektar Stärkekartoffeln müssen noch abgeerntet werden. Der Starkregen der letzten Tage war da nicht gerade hilfreich. "Die Erde klebt förmlich an den Knollen, man bekommt sie nicht ausgesiebt", erläutert der Feldbauer. Tage zuvor genau das Gegenteil. Alles war so trocken, dass die Roder im Staub nicht mehr zu sehen waren. "An so einen trockenen September kann ich mich überhaupt nicht erinnern." Und auch das Frühjahr war alles andere als nach den Wünschen der Kartoffelproduzenten. "Der Regen fehlte", bringt es Jura auf einen kurzen Nenner. Bis in den August habe man so auch voll beregnet.

Die angekündigte Kartoffelschwemme blieb auch bei den Quitzowern aus. "Wir haben eine durchschnittliche Ernte, sind mit den Erträgen unterm Strich aber dennoch ganz zufrieden." 300 Dezitonnen Vermehrungskartoffeln und durchschnittlich 500 Dezitonnen bei den beregneten Speise- und Stärkekartoffeln werden sie pro Hektar am Ende abrechnen können, überschlägt Jura. Allerdings haben sie dafür auch investiert, denn von 240 Hektar Kartoffeln wurden 150 Hektar beregnet.

2004 wurden die ersten Beregner eingesetzt. Inzwischen haben die Quitzower acht Kilometer Rohrleitung verlegt, fünf Brunnen fördern das Wasser für 650 Hektar Ackerfläche. Für die Agrargenossenschaft bedeutete dies aber, zuvor tief in die sprichwörtliche Tasche zu greifen. Rund 650 000 Euro wurden investiert, umgerechnet sind das rund 1000 Euro pro Hektar erschlossener Beregnungsfläche. "Aber es zahlt sich aus", fügt Jura sogleich an. Im Durchschnitt ernte man 200 Dezitonnen mehr gegenüber nicht beregneten Flächen.

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