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Lokales

15. Dezember 2017 | 19:09 Uhr

Beißattacke mit Konsequenzen

vom

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2010 | 07:08 Uhr

Warin | Eine Woche nach der Hunde-Attacke auf ein Mädchen deuten sich Konsequenzen in Warin an. "Man kann nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte gestern Warins Bürgermeister Michael Ankermann (CDU). In der vergangenen Woche wurde in der Kleingartenanlage "Schrebereck" die siebenjährige Michelle von einer Amerikanischen Bulldogge angefallen und lebensgefährlich verletzt. (SVZ berichtete). Dieser schlimme Vorfall sei Anlass genug, genauer hinzusehen, so Ankermann.

Der Bürgermeister, der noch nicht lange in der Kleinstadt lebt, schaute sich am Pfingstwochenende bei einem Spaziergang mit seiner Ehefrau erstmals in der Kleingartenanlage um. Was er sah, stimmte den Hundehalter Ankermann nachdenklich. Obwohl das Spaziergängerpaar den eigenen Hund nicht dabei hatte, reagierte ein anderer Vierbeiner auf dem Gartenweg äußerst aggressiv. Der Besitzer forderte den Bürgermeister und seine Frau auf, in einer Ausbuchtung zur Seite zu gehen, um dann mit seinem Hund eng an der Leine an den beiden vorbei zu gehen. Auffallend war für Ankermann, wie viele Hunde in dieser Gartenanlage gehalten werden. Er hält es generell für fraglich, sich einen Hund anzuschaffen, der dann den größten Teil des Tages ohne Kontakt zum Menschen lebt.

"Wir werden in der Sache etwas unternehmen", versicherte Ankermann, ohne dass er die Halter verurteilen will. Die Behörden werden aber die artgerechte Tierhaltung ebenso ins Visier nehmen wie den Zustand der Zwinger. Die Stadt kontrolliert, welche Hunde überhaupt angemeldet sind. Ankermann spricht von Kontakten zum Landkreis, bei denen eine ganze Reihe von Fragen beantwortete werden sollen, wie sich die Hundehaltung einschränken lässt. Auch plädiert der Bürgermeister dafür, mit einer neuen Hundesteuersatzung den materiellen Hebel anzusetzen und evt. ermäßigte Steuersätze für die Halter einzuführen, die einen Sachkundenachweis bzw. eine Begleithundeprüfung vorlegen können.

Die Amerikanische Bulldogge hatte sich am Kopf des Mädchens festgebissen und nach Zeugenaussagen großflächig Haut abgetrennt. Dem Mädchen gehe es besser, sagte Matthias Schümann, Sprecher der Uniklinik Rostock, nachdem es gestern wieder eine aufwändige Untersuchung gab. "Inwieweit die Behandlung Erfolg haben wird, lässt sich noch nicht sagen", so Schümann. "Ob kosmetische Defekte zurückbleiben, steht noch nicht fest." So bald werde Michelle nicht entlassen.

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