Bei der Sicherheit hört der Spaß auf

Für einen ungetrübten Spaß wird hinter den Kulissen seit Wochen intensiv gearbeitet.Wolfried Pätzold/Archiv
Für einen ungetrübten Spaß wird hinter den Kulissen seit Wochen intensiv gearbeitet.Wolfried Pätzold/Archiv

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02. November 2010, 08:02 Uhr

Parchim | Die Vorfreude bei Martinimarktfans steigt. Wenn sich am Freitag ab 14.30 Uhr in der Parchimer Bergstraße die Tore des größten Jahrmarkt in Mecklenburg-Vorpommern für vier Tage wieder öffnen, stehen Aktion, Spaß und Lebensfreude im Mittelpunkt. Hinter den Kulissen wird seit Wochen intensiv dafür gearbeitet, dass dieses Volksfest der Superlative ungetrübt über die Bühne gehen kann. "Bei allem Spaß hat die Sicherheit Priorität. Das war so in den zurückliegenden Jahren und stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen", weiß Holger Geick als zuständiger Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung gut. Nicht erst seit den tragischen Ereignissen bei der diesjährigen Loveparade in Duisburg ist er sich mit seinem Organisationsteam bewusst, dass Großveranstaltungen wie der Martinimarkt enorme Ansprüche an die Vorbereitung und Absicherung stellen. "In den letzten acht Wochen vor dem Ereignis wird täglich am Sicherheitskonzept gefeilt. Da spielen Rettungswege, die Zahl der Einsatzkräfte und technische Hilfsmittel eine entscheidende Rolle", meint Geick.

Ständige Kontrolle bis sich die Tore am Freitag öffnen

Das rund 19 000 Quadratmeter große Areal an der Bergstraße, auf dem mehr als 80 Schausteller ihre Geschäfte aufstellen, hat sich als traditioneller Festplatz in der Kreisstadt durchaus bewährt. "Es gibt fünf Zufahrtswege mit einer Breite von acht Metern. Damit haben die Besucher im Notfall in einem Abstand von jeweils etwa 50 Metern die Möglichkeit, den Platz schnell und ungehindert zu verlassen. Es gibt auch ausreichend Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge", sagt Holger Geick.

Bereits seit Wochen ist der verbindliche Plan für die Stellplätze der Fahrgeschäfte allen beteiligten Einsatzkräften bekannt. Dazu gehören der DRK-Rettungsdienst und -Katastrophenschutz, Polizei, Feuerwehr und das Bauordnungsamt des Landkreises Parchim. "Ganz nach dem Motto, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, wird die Einhaltung der Festlegungen bis zur Eröffnung noch mehrfach unter die Lupe genommen. Abweichungen werden im Interesse der Sicherheit nicht toleriert", betont Geick.

Viele seiner Mitarbeiter haben langjährige Erfahrungen bei der Ausrichtung des Martinimarktes, der stets mehrere zehntausend Besucher aus nah und fern anzieht. Die Erkenntnisse, die nach Abschluss des Jahrmarktes gesammelt werden, spiegeln sich in einem stets weiter verfeinerten Notfallplan wieder. Da werden alle relevanten Probleme vom Kfz-Abschleppdienst über die Bereitschaft der Tierauffangstation bis zur Abfallbeseitigung berücksichtigt. "Es wird in diesem Jahr beispielsweise mehr Toiletten und zusätzliche Abfallbehälter geben. Und auch ein leistungsstarker Traktor steht für den Notfall vor Ort zur Verfügung", so der Fachbereichsleiter.

Privater Sicherheitsdienst rund um die Uhr vor Ort

Bei der Abnahme durch Mitarbeiter des Bauordnungsamtes müssen die Betreiber der Aktion-Geschäfte auch die amtlich geprüfte Sicherheit nachweisen. "In früheren Jahren musste eine technische Prüfung noch einmal vor Ort wiederholt werden. Die Schausteller wissen sehr genau, dass sie nur für penibel überprüften Attraktionen eine Betriebserlaubnis bekommen", sagt Holger Geick. Gute Erfahrungen hat man in Parchim auch mit dem Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes gemacht. Die Männer vom SSK Rostock sind großveranstaltungserprobt und auf dem Martimarkt zusammen mit der Polizei rund um die Uhr präsent.

Heute Vormittag hat Holger Geick erneut alle für die Sicherheit verantwortlichen Experten ins Stadthaus eingeladen. "Unser Konzept kommt dabei noch einmal auf den Prüfstand. Nach menschlichem Ermessen sind alle Vorkehrungen für einen ungetrübten Spaß getroffen", ist sich Holger Geick sicher und freut sich schon auf das bunte Jahrmarkttreiben.

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