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Lokales

20. September 2017 | 04:04 Uhr

Bei den Flussgöttern ist der Lack ab

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 07:54 Uhr

Ludwigslust | Nicht der harte Winter, sondern Vandalen setzten den Ludwigsluster Flussgöttern Stör und Rögnitz in diesem Jahr am ärgsten zu. Gestern Vormittag reparierte Diplom-Restaurator Matthias Bresien zusammen mit einem Kollegen die große Sandstein-Figurengruppe der Kaskade auf dem Schlossplatz.

"Im Winter müssen Vandalen auf die Flussgötter geklettert sein und haben Blattspitzen und Zehen abgebrochen", sagt der Restaurator. Bresien kennt die Skulpturen gut. Der Restaurator war für die Komplettüberholung aller drei Figurengruppen vor drei Jahren verantwortlich. Das war die erste gründliche Reinigung und Reparatur des Wasserspiels seit der Überarbeitung der Kaskade im Jahr 1870. "Der Zeh wurde zum Glück von Gärtnern im Bassin wiedergefunden", so Bresien. Den großen Zeh hat er verdübelt und wieder angeklebt.

Neben einigen dem Sandstein zugefügten Schrammen bessern die Experten auch die Hände der Skulpturen aus und müssen ganze Abbruchstellen ersetzen. "Damit alles wieder schön aussieht", sagt der Restaurator mit einem Lächeln, das jedoch wenig Verständnis für die rücksichtslose Zerstörung zeigt.

Die Ludwigsluster Kaskade ist mit einer Länge von 70 Metern die größte Querkaskade in ganz Norddeutschland und mit ihren Sandstein-Figurengruppen ein bedeutendes spätbarockes Einzeldenkmal. "Geschaffen vom Bild hauer Rudolf Kaplunger", erklärt Bresien. Hofbildhauer Kaplunger schuf ab 1777 für Herzog Friedrich von Mecklenburg den kompletten Skulpturenschmuck des Schlosses. Restaurator Matthias Bresien sanierte seit 2006 alle Figuren. Auch die auf der Attika des Ludwigsluster Schlosses. "Insofern sind wir öfter hier", sagt er. Bresien ist seit 1990 als freiberuflicher Restaurator vor allem in Mecklenburg unterwegs. Die Sanierungsarbeiten an der Kaskade wurden noch gestern abgeschlossen. Wenn dann wieder das Wasser unter den Flussgöttern Rögnitz und Stör hindurchfließt, wird die Kaskade als Mittelpunkt in der Hauptachse zwischen Schloss und Kirche das Interesse der Besucher auf sich ziehen. Die beiden Flussgötter, die sich dann in alter Pracht über dem Ludwigsluster Kanal erheben, sollen den Startpunkt des 28 Kilometer langen, künstlich angelegten Flusses symbolisieren.

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