Neustadt-Glewe : Bei Dammbruch droht Land unter

Alex Dezelske (l.) informiert Dietrich Monstadt (3. v. l.) und Karin Strenz (2. v. r.) über geplante Schutzmaßnahmen am Deich des Störkanals. Foto: Andreas Münchow
1 von 2
Alex Dezelske (l.) informiert Dietrich Monstadt (3. v. l.) und Karin Strenz (2. v. r.) über geplante Schutzmaßnahmen am Deich des Störkanals. Foto: Andreas Münchow

Wie gefährdet ist die Lewitz durch ein mögliches Hochwasser? Die Sanierung der Dämme bildet keine unmittelbare Hochwasserschutzmaßnahme, hat aber großen Einfluss auf den Hochwasserschutz.

svz.de von
07. März 2013, 11:26 Uhr

Wie gefährdet ist die Lewitz durch ein mögliches Hochwasser? Darüber informierten sich am Dienstagabend die Bundestagsabgeordneten Dietrich Monstadt und Karin Strenz (beide CDU) vor Ort. Im Jagdschloss Friedrichsmoor berichteten zunächst Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg (WSA) über den gegenwärtigen Hochwasserschutz. Dabei wurde klar, dass es zu der geplanten Dammsanierung keine Alternativen gibt. "Die Sanierung der Dämme bildet keine unmittelbare Hochwasserschutzmaßnahme, hat aber großen Einfluss auf den Hochwasserschutz", erläuterte Alex Dezelske vom WSA.

Deutlich wurde auch Michael Brüdigam, Dezernent im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, als er sagte: "Für uns als Land steht fest, dass vom Kanal (Störkanal - d. R.) keine Gefahr ausgehen darf. Die Dämme müssen standsicher sein. Und das sind sie zur Zeit nicht." Der Dezernent wies darauf hin, dass Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig an einem Projekt arbeite, in dem die Folgen eines möglichen Hochwassers in der Lewitz dargestellt werden. Diese Analysekarte soll 2015 endgültig ausgearbeitet sein. Auf Anfrage von Dietrich Monstadt, wie hoch eine Flut steigen und ob das Wasser wieder abfließen würde, sagte Michael Brüdigam: "Bei einem so genannten 200-jährigen Hochwasser und einem Versagen der Dämme würde die Flut teilweise bis zu vier Meter hoch sein und weite Teile der Lewitz überschwemmen. Für Bewohner in dem betroffenen Gebiet würde Lebensgefahr bestehen."

Auch Oberstleutnant d. R. Christian Rosenkranz (CDU-Stadtvertreter in Neustadt-Glewe), verantwortlicher Offizier für die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, erklärte die Situation: "Im Rahmen einer Katastrophenschutzübung 2011 mit zivilen Kräften wurde u. a. festgestellt, dass der Zustand der Dämme an der Müritz-Elde-Wasserstraße und am Störkanal ein Risiko darstellt. Wir haben sowohl den Landkreis als auch die Stadt Neustadt-Glewe auf die Gefahrensituation aufmerksam gemacht. Die jetzt geplante Dammsanierung ist unbedingt notwendig."

Die beiden Bundestagsabgeordneten ließen sich anschließend am Störkanal über die geplanten Sanierungsarbeiten informieren. Alex Dezelske vom WSA: "Die Dämme müssen teilweise um etwa 50 Zentimeter angehoben werden. Dazu wird vorher der Boden abgetragen, dann durch verdichteten Kies ersetzt. Die Dämme werden so gebaut, dass auf ihnen ein Betriebsweg für unsere Dienstfahrzeuge entsteht, auf dem aber auch Radwanderer unterwegs sein können." Karin Strenz und Dietrich Monstadt erkundigten sich vor Ort auch nach den geplanten Baumfällungen, gegen die Naturschützer immer wieder protestieren. Geplant ist, dass 270 Bäume abgeholzt werden, darunter 130 Eichen. Nach bisheriger Planung sollen aber auch 120 Eichen stehen bleiben.

Neben kranken Bäumen, so die Mitarbeiter des WSA, handelt es sich bei den zu fällenden Bäumen um solche, die im Böschungsbereich der Dämme auf der dem Land zugewandten Seite stehen. "Die Bäume, die in den Böschungen stehen, bilden für die Dämme eine besondere Gefahr", erklärt Alex Dezelske. "Sollte ein Sturm die Bäume entwurzeln, entstehen im Deich natürlich Risse, die schnell zum Dammbruch führen können. "

Die Sanierungsarbeiten an den Dämmen entlang des Störkanals (an beiden Ufern jeweils auf 12 Kilometer Länge) sollen im Herbst beginnen. Laut WSA ist eine Bauzeit von 18 Monaten geplant. Das WSA bzw. der Bund zahlt Mecklenburg-Vorpommern dafür ein Ersatzgeld in Höhe von 500 000 Euro. Michael Brüdigam vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt: "Das Geld wird als Entschädigung für Eingriffe in die Natur gezahlt. Wir werden es auch dafür nutzen, die Durchgängigkeit für Fische in der Alten Elde herzustellen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen