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Lokales

16. Dezember 2017 | 04:40 Uhr

Bei Anruf Licht an in Retzin

vom

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2010 | 09:16 Uhr

GroSS Pankow | Ein Jahr lang testeten die Kuhsdorfer Bürger, wie gut es funktioniert, per Handy nachts die Straßenlampen im Dorf anzuschalten. Bei Wahl einer entsprechenden Telefonnummer geht innerhalb weniger Sekunden das Licht an, man kann sich beruhigt auf den Heimweg machen. Soweit, so gut, denn das Ganze war für die Kuhsdorfer kostenlos. Schließlich gehört eine Straßenbeleuchtung zur Daseinsvorsorge der Kommunen. Die Kosten tragen zu großen Teilen die Bürger, also die Steuerzahler. Künftig müssen sie aber für diesen Service noch extra zahlen

Nun will die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), zu der Kuhsdorf gehört, aus dem Pilotprojekt ein festes System machen, und das nicht nur für Kuhsdorf, sondern auch für acht weitere Orte der Gemeinde. Der Haken dabei: Künftig werden die Nutzer des Systems, dass sich Dial4Light nennt, dafür bezahlen müssen. Denn die Stadtwerke Lemgo, die die Lösung entwickelt haben, wollen sich diese patentieren lassen, "haben das beim europäischen Patentamt für sämtliche telefongesteuerten Straßenbeleuchtungen angemeldet", erklärt Groß Pankows Bürgermeister Thomas Brandt.

Mit anderen Worten: Die Weiter nutzung der bislang für Kuhsdorf selbst installierten Schaltung, die für die Bürger kostenfrei war, könnte zu einem Patentrechtsstreit führen. Und darauf will sich die Gemeinde keinesfalls einlassen, denn das könnte teuer werden.

Doch Groß Pankow will nicht mehr Geld ausgeben, sondern vielmehr einsparen, den Bürgern aber gleichzeitig Sicherheit bieten. Deshalb auch soll das System in den Orten greifen, wo die Straßenlampen bisher die ganze Nacht über leuchten und entsprechende Kosten verursachen. Und das sind neben Kuhsdorf die Dörfer Groß Woltersdorf, Hohenvier, Klein Gottschow, Kreuzburg, Retzin, Rohlsdorf, Tangendorf und Groß Pankow.

Nach entsprechender Registrierung könnten die Bewohner dieser Orte dann per Telefonwahl die Straßenlampen anschalten. Der Zeitraum der Schaltung werde festgelegt, so Brandt, richte sich nach der jeweiligen Länge der Straße. Das Licht kann dem, der es wünscht, also zwischen 15 und 20 Minuten den Heimweg ausleuchten. Möglich ist die telefonische Schaltung sowohl vom Handy als auch vom Festnetz aus.

Und eingeschaltet werden können damit nicht nur die Straßenlampen im eigenen Wohnort, erklärt Brandt, sondern in sämtlichen Dörfern oder Städten, die am Dial4Light teilnehmen. Wer also als Retziner abends in Groß Pankow unterwegs ist, kann auch dort das Licht anschalten. Die jeweils geltende Rufnummer soll an den Masten der Straßenlampen zu finden sein.

Einziger Nachteil: Die Kosten für den Anruf muss der Anrufer selbst tragen. Und die können je nach Tarif - egal ob Handy oder Festnetz - sehr unterschiedlich sein, bei manchen Tarifen entstünden gar keine Kosten, macht der Bürgermeister deutlich. Und wer gänzlich auf das System verzichten möchte, der muss sich ja nicht dafür anmelden. Denn das ist Voraussetzung. Wer Dial4Light nutzen möchte, der müsse sich im Internet mit Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse registrieren lassen.

Sobald der Groß Pankower Haushalt 2010 genehmigt ist, soll das System in diesem Jahr installiert werden, beschreibt Brandt den Zeitrahmen. Zuvor, so versichert er, würden alle betroffenen Bürger ausführlich darüber in Einwohnerversammlungen informiert.

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