Verbraucherzentrale warnt : Bei Anruf: Abzocke

Cornelia Nagel, Sprecherin der Verbraucherzentrale in Schwerin, bietet in der Beratungsstelle in der Dr.-Külz-Straße 18 vielfältiges Informationsmaterial an. Cordes
Cornelia Nagel, Sprecherin der Verbraucherzentrale in Schwerin, bietet in der Beratungsstelle in der Dr.-Külz-Straße 18 vielfältiges Informationsmaterial an. Cordes

Die Schweriner Verbraucherzentrale warnt vor dubiosen Gewinnspielen, bei denen Bürgern per Telefonrechnung hohe Teilnahmegebühren abgezogen werden. Vor allem ältere Menschen sind Opfer.

von
23. November 2010, 08:35 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Verbraucherzentrale warnt vor dubiosen Gewinnspielen, bei denen ahnungslosen Bürgern per Telefonrechnung hohe Teilnahmegebühren abgezogen werden. "Jeden Tag erreicht uns mindestens ein neuer Fall", sagt die Sprecherin der Beratungsstelle in der Dr.-Külz-Straße 18, Cornelia Nagel.

Und so sieht die Masche aus: Die Bürger erhalten einen Anruf, bei dem ihnen mitgeteilt wird, dass sie irgend etwas gewonnen haben. Kurze Zeit später flattert den vermeintlichen Glückspilzen ein Brief ins Haus. Absender: eine Firma im US-Bundesstaat Wyoming. Inhalt: ein Kosmetik-Gutschein für eine "Welt des exklusiven Luxusgefühls". Im Anschreiben erfahren die Empfänger dann noch, dass ihre Aktivierung für ein bestimmtes Internet-Portal "wie gewünscht" durchgeführt worden sei.

Beim Blick auf ihre nächste Telefonrechnung erleben die Betroffenen schließlich eine böse Überraschung. Unter der Rubrik "Beträge anderer Anbieter" zieht ihnen ein Telekommunikationsdienstleister durchaus locker einen zweistelligen Euro-Betrag ab.

Vor allem ältere Menschen sind betroffen

"Eine Klientin von uns hat beim Dienstleister nachgefragt, warum der Betrag abgezogen wurde", berichtet Cornelia Nagel. Die Antwort: Es sei ein Vertrags verhältnis mit einem Dienst anbieter auf den British Virgin Islands ein gegangen worden, dabei handele es sich um die "telefonische Bereitstellung eines individuell generierten Zugangscodes" für ein Gewinnspiel-Portal. Grundlage soll ein "aufgezeichnetes Gespräch" sein, das "den Vertragsschluss mit allen wesentlichen Be standteilen dokumentiert, insbesondere auch die Verpflichtung zur Zahlung von 9,90 Euro wöchentlich über die Telefon rechnung".

"Vor allem älteren Menschen soll auf diese Art und Weise das Geld aus der Tasche gezogen werden", erklärt Cornelia Nagel. Vergleichbare Fälle seien beispielsweise auch schon in Thüringen aufgetreten. "Betroffene sollten der Telefonrechnung widersprechen und lediglich den unstreitigen Betrag be gleichen", rät die Schweriner Verbraucherschützerin. Ihre Thüringer Kollegen empfehlen, im Falle eines Falles auch auf eine Mahnung zu reagieren und einen Nachweis über einen an geblich wirksamen Vertrag zu fordern. Vorsorglich sollte der behauptete Vertrag widerrufen und angefochten werden.

Cornelia Nagel appelliert an alle Schweriner, regelmäßig ihre Telefonrechnungen zu kontrollieren und bei Unregelmäßigkeiten sofort Kontakt zum Anbieter aufzunehmen. Im betreffenden Fall hätten Verbraucherschützer bereits die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde informiert. Um die strafrechtliche Relevanz der Angelegenheit prüfen zu lassen, sollten Betroffene gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei erstatten, so Nagel.

Die Verbraucherzentrale in der Landeshauptstadt ist telefonisch unter der Nummer 03 85-5 91 81 10 zu erreichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen