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Lokales

24. August 2017 | 03:12 Uhr

Behörde lässt Bäume vertrocknen

vom

Quitzöbel | Dürr und laublos ragen die Stämmchen empor. Mehrere der Jungbäume auf der Zufahrt zum Wehr Quitzöbel sind tot. Glöwens Ortsbürgermeister und Kreistagsabgeordnete Reimar Heering (Freie Wähler) spricht von einem "unverantwortlichen Zustand". Vor Wochen begab er sich auf die Suche nach dem Schuldigen und wurde fündig.

Allerdings nicht auf Anhieb. Ein erster Hinweis an den Landkreis sei wochenlang unbeantwortet geblieben, so dass Heering am 23. Juni eine schriftliche Anfrage stellte. "Warum wird der Zustand nicht durch die zuständige Dienststelle bei der Kreisverwaltung erkannt und gegenüber dem verantwortlichen die Pflegemaßnahmen abgefordert?", fragte Heering in seinem Schreiben. Ferner wollte er wissen, wie der Kreis den unansehnlichen Zustand unter touristischen Aspekten bewertet, denn die Zufahrt zum Wehr Quitzöbel werde täglich von Radtouristen genutzt.

Am 19. Juli kam das Antwortschreiben vom Landkreis. Insgesamt seien 40 hei mische Laubbäume durch das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brandenburg 2006 gepflanzt worden. Dabei handelt es sich um eine Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Zufahrt von der Landesstraße 10 zur Wehrgruppe Quitzöbel.

Landrat Hans Lange (CDU) kündigte an, sich schriftlich an das WSA zu wenden und dringend darum zu bitten, die Bäume im Interesse des Tourismus und des Naturhaushalts zu pflegen, bzw. abgestorbene Bäume zu ersetzen.

Am gleichen Tag ging ein Schreiben an das WSA in Brandenburg an der Havel. Lange informiert die Behörde, dass sich die Pflanzung "offensichtlich aus Gründen mangelnder bzw. unterlassener Pflege in einem äußerst desolaten Zustand befindet".

Dieser wirke sich negativ für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild aus. Zugleich betonte Lange, dass von diesem Anblick eine negative Vorbildwirkung für die Allgemeinheit ausgehe, "zumal dieser beklagenswerte Zustand" von einer Verwaltung des Bundes zu vertreten sei.

Das WSV reagierte umgehend und räumte ein: "Leider wurde nach Ablauf der Gewährleistung im Jahre 2008 versäumt, einen weiterführenden Pflegevertrag abzuschließen." Durch Wildverbiss und Trockenheit seien einige Bäume abgestorben. Das WSA kündigte an, 15 heimische Laubbäume zu pflanzen. Allerdings könnten diese nicht wie vom Kreis gefordert entlang des Knüppeldamms gepflanzt werden, da das dortige Land in Privatbesitz sei. Das WSA pflanzt in dieser Woche die Bäume auf eigenen Flächen, bestätigt der zuständige Mitarbeiter. Die abgestorbenen Bäume werden entfernt.

Reimar Heering ist zufrieden, dass der Fall aufgeklärt ist. Allerdings kritisiert er, dass durch dieses Versäumnis zusätzliche öffentliche Steuermittel der Bürger ausgegeben werden müssen.

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erstellt am 14.Sep.2010 | 07:00 Uhr

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