Bedenkenloser Sprung ins kühle Nass

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09. Juli 2010, 08:29 Uhr

Prignitz | Ob Sie nun in den Rudower See, das Cumlosener Brack oder den Groß Pankower Karpfenteich springen, Sie können es bedenkenlos tun. Das Prignitzer Gesundheitsamt bescheinigt allen untersuchten Badegewässern eine sehr gute bis gute Qualität. Daran haben auch die hochsommerlichen Temperaturen nichts geändert. "Nährstoffreiche Gewässer mit einer geringen Tiefe neigen bei den aktuell hohen Luft- und damit auch erhöhten Wassertemperaturen zu vermehrter Algenbildung. In diesen Gewässern ist dann mit einer verringerten Sichttiefe zu rechnen, wodurch sich die Unfallgefahr beim Baden erhöhen kann", fügt die Landkreis-Sprecherin Christel Spenn an, macht aber gleichzeitig deutlich, dass "eine gesundheitlich bedenkliche Massenentwicklung von Algen bisher nicht festgestellt" worden sei.

Verantwortlich für die regelmäßige Kontrolle der 15 Prignitzer Gewässer, und dazu zählen auch die Freibäder in Perleberg, Pritzwalk, Karstädt und Putlitz, ist unter anderem Jan Waldmann, Hygieneinspektor im kreislichen Gesundheitsamt. Kontrolliert werde in der Badesaison, also vom 15.Mai bis 15. September, in einem vierwöchentlichen Rhythmus. Dabei stünden vor allem mikrobiologische Parameter, also Indikatorparameter für fäkale Verunreinigung im Mittelpunkt. Bei Bedarf würden auch chemische Parameter untersucht.

Ganz wichtig sind für den Hygieneinspektor die Faktoren Sichttiefe des Badegewässers und das Vorhandensein von Algen. Die Sichttiefe ist in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Zum einen erhöhe lömriges Wasser das Unfallrisiko der Badenden, denn sie sehen ja nicht, wohin sie treten, wie schnell es in die Tiefe geht. Zum anderen erschwert es Rettungskräften die Suche bei einem Badeunfall.

In den letzten Jahren sind auch im Prignitzer Gesundheitsamt verstärkt Blaualgen in den Mittelpunkt der Wasseruntersuchungen gerückt, denn sie können allergische Reaktionen bei Badenden hervorrufen wie Hautausschläge oder Unwohlsein.

Bei den Schwimmbädern sei der Kontrollschwerpunkt anders geartet, weil diese Badegewässer chemisch gereinigt werden. Trotz der Eigenkontrolle, der diese Bäder unterliegen, überprüft das Gesundheitsamt deshalb, wie es mit dem Einsatz von Chlor, der PH-Regulierung bzw. mit Flockungsmitteln aussieht. Denn bei zu starkem Einsatz solcher chemischen Mittel könnte es zu Problemen für die Badenden kommen.

Aber wie schon gesagt, derzeit ist die Badefreude ungetrübt. Und das ist bei diesem hochsommerlichen Wetter eine wirklich gute Nachricht.

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