Radweg Warlow : Baustopp wegen Irrtum vom Amt

Kurz vor dem Ortseingangsschild  Warlow aus Richtung Kummer ist erst einmal Schluss mit dem Radwegebau.uwe köhnke
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Kurz vor dem Ortseingangsschild Warlow aus Richtung Kummer ist erst einmal Schluss mit dem Radwegebau.uwe köhnke

Die Leute freuten sich. Ein Radweg wird gebaut. Viele freuten sich bereits auf eine Herrentagstour in sicherer Spur. Eines Tages stockte jedoch der Bau. Bereits fertiger Unterbau wurde wieder herausgerissen.

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23. Mai 2011, 06:54 Uhr

warlow/ludwigslust | Die Leute aus Kummer und Warlow freuten sich. Ein Radweg wird gebaut, in Göhlen beginnend. Viele freuten sich bereits auf eine Herrentagstour in sicherer Spur. Darum steht das Vorhaben unter besonderer Beobachtung. Und eines Tages stockte der Baufortschritt. Bereits fertig gestellter Unterbau wurde wieder herausgerissen. 132 Meter genau bleiben ausgespart. Fragende Gesichter.

SVZ hakte beim Straßenbauamt Schwerin nach. Erst im Zuge der Baumaßnahme sei ein Interessenskonflikt zwischen seiner Behörde und dem Grundstückseigentümer festgestellt worden, schrieb das Amt. Dieser restliche Teil des Radweges bis in die Ortschaft Warlow werde zu einem späteren Zeitpunkt gebaut. Der genaue Fortsetzungstermin sei noch nicht zu benennen, dennoch strebe man an, den Weg im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrten Warlow und Kummer 2014 zu vollenden.

Worin besteht also der Interessenskonflikt zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Straßenbauamt? Darüber ist in dem Schreiben nichts zu lesen. Bürger blicken indessen verstimmt auf den Grundstückseigentümer Tom Henning, Warlower Einwohner und Geschäftsführer der Siegmund Henning Anlagenbau GmbH.

Empört angesichts der Arbeitsweise des Amtes

Auch er hat den Unmut vernommen. "Das kann doch wohl nicht wahr sein!" Henning ist empört angesichts der Arbeitsweise des Straßenbauamtes, wie er sagt. Der Hintergrund: Das Grundstück liegt in einem Bebauungsplan, den die Gemeinde Warlow 2007 aufgestellt hat. Dieser B-Plan stellt Baurecht dar und ist Gesetz. Bevor der B-Plan Beschlusskraft erreichte, wurden über 50 so genannte Träger öffentlicher Belange gefragt, ob sie etwas gegen den beabsichtigten B-Plan einzuwenden hätten. Etwa nur ein Dutzend hätten tatsächlich Kommentare abgegeben, so Henning. Der Unternehmer ist auch Gemeindevertreter in Warlow. Henning hat das Grundstück erworben, um dort für seine Firma zu bauen. Das will er nach wie vor, hat das Vorhaben wegen der allgemeinen Wirtschaftskrise nur verschoben. Tom Henning hat sich mit seinem Planer beraten: Wenn der Radweg dort gebaut würde, sei der gesamte B-Plan hinfällig und sowohl er als auch die Gemeinde Warlow hätten viel Geld in den Sand gesetzt. Das könne und wolle der Geschäftsmann nicht. Er wundert sich: "Der B-Plan hat nachweislich 2007 dreimal beim Straßenbauamt gelegen und 2008 ein viertes Mal. Niemals ist aufgefallen, dass dort eigentlich ein Radweg vorgesehen ist!" Ihm gegenüber habe das Straßenbauamt inzwischen schriftlich den Vorfall bedauert, sagt er.

Die Geschichte wird sich also noch etwas hinziehen. Der neue Radweg zwischen Ludwigslust und Abzweig Weselsdorf entlang der Bundesstraße hingegen ist fertig gestellt. "Der neue Radweg stärkt die touristische Infrastruktur in der Region", sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann. Der Asphaltradweg wurde auf einer Länge von rund einem Kilometer und einer Breite von 2,25 Metern gebaut. Die Baukosten von 240 000 Euro trug der Bund.

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