Baumschnitt darf in der Prignitz ins Feuer

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29. November 2010, 06:44 Uhr

Prignitz | Heckenschnitt, ein paar Hände voll Laub und abgesägte Äste. Dass in vielen Prignitzer Städten und Gemeinden Kleingärtner ihre Abfälle ungestraft den Flammen übergeben können, ist allein der Kulanz der Ordnungsbehörden zu verdanken. Paragraf 4 der Abfallkompost- und Verbrennungsverordnung stellt im Absatz 1 eindeutig klar: "Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle aus Haushaltungen und Gärten ist nicht zulässig."

"Diese Verordnung ist für Kommunen bindend, sie können aber in begründeten Fällen Ausnahmen genehmigen", erklärt Andrea Sander vom Fachbereich Emissionsschutz im Brandenburgischen Umweltministerium. Ein Freibrief, um Genehmigungen zum Abbrennen von Gartenabfällen zu erteilen, sei das aber nicht, zudem müsse gewährleistet sein, dass dadurch nur kurzfristig mit Luftverunreinigungen zu rechnen ist.

Erlaubt und Genehmigungsfrei sind lediglich kleine, gelegentliche Gartenfeuer, wobei als Brennstoff nur lufttrockenes naturbelassenes Holz einschließlich anhaftender Rinde wie Scheitholz, Äste und Reisig verwendet werden dürfen.

So oder ähnlich sind in den meisten Prignitzer Ämtern und Gemeinden auch die lokalen Verbrennungssatzungen formuliert. Die Stadt Wittenberge gestattet das Abbrennen von Holz vom 1. Oktober bis 30. April immer mittwochs und samstags von 9 bis 17 Uhr und schließt stark wasserhaltiges Grünmaterial wie Pflanzenabfälle sowie behandeltes Holz, beispielsweise Bauholz, ausdrücklich aus.

Inwiefern aber beispielsweise Heckenschnitt wasserhaltiges Grünmaterial ist, liegt im Ermessen der Ordnungsbeamten. "Mit unserer Satzung haben wir gute Erfahrungen gemacht, die Leute sind auf die Tage eingestellt", so Peggy Heyneck vom Umweltamt. Dass immer nur lufttrockenes Holz verbrannt wird, sei allerdings kaum zu kontrollieren. "Wenn es Beschwerden gibt oder jemand eine ganze Straße verräuchert, gucken wir schon sehr genau hin, was da brennt, sprechen Verwarnungen aus oder verhängen Bußgelder."

Ähnlich handhabt es auch das Amt Bad Wilsnack/Weisen. "Mittwoch und Samstag darf naturbelassenes Holz verbrannt werden, darauf weisen wir im Amtsblatt hin", erklärt Ordnungsamtsleiter Gerald Neu. "Wenn allerdings mal etwas Grünes mit dazwischen rutscht, dann tolerieren wir das, solange es keine Beschwerden gibt."

Karstädt erlaubt ebenfalls nur kleine Gartenfeuer mit naturbelassenem Holz. "Vor allem Gartenvereine fragen regelmäßig an, ob Grünschnitt verbrannt werden darf", sagt Sven Steinbeck vom Karstädter Ordnungsamt. "Bei Beschwerden wird aber kontrolliert und auch entsprechend verwarnt."

In Perleberg gibt es bisher überhaupt keine Satzung, es kann also die ganze Woche trockenes Holz verbrannt werden. Daran ändert der im Hauptausschuss abgesegnete Entwurf einer Satzung (wir berichteten) nichts, denn die erlaubt weiterhin das Abbrennen von Holz jeden Tag, sofern dadurch niemand belästigt wird.

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