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Lokales

17. Dezember 2017 | 14:57 Uhr

Baumeister musste eigenes Kunstwerk zersägen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Mai.2010 | 07:09 Uhr

Bestenrade | Fünf Jahre hat der Eiffelturm von Bestenrade jedem Sturm standgehalten. Doch eine Behörde brachte das Kunstwerk jetzt zu Fall. Damit sind die Tage des Bestenrader Eiffelturms ein für alle mal gezählt. Nie wieder wird das Kunstwerk elf Meter in die Höhe ragen. Denn Holzscheit-Architekt Ernst Schönherr musste auf Anordnung der Kreisverwaltung den Eiffelturm zurückbauen - und griff zur Säge. "Einen Tag habe ich für den Rückbau benötigt. Es tat in der Seele weh. Denn ich hatte einst viel Arbeit in den Bau des Eiffelturms gesteckt. Wenn andere aber meinen, hier handelt es sich nicht um ein Kunstwerk, sondern um einen Schwarzbau, dann ist das eben so", klagt der Baumeister.

Der Eiffelturm von Bestenrade war der Behörde in Grevesmühlen schon lange ein Dorn im Auge. Er musste weg. Denn aus Behördensicht handelte es sich bei dem Eiffelturm um einen Schwarzbau. Hätte Schönherr nicht reagiert, hätte der Landkreis ein Unternehmen für den Abriss beauftragen können. Die Rechnung wäre Schönherr ins Haus geflattert. Behördensprecherin Petra Rappen verteidigte gestern die Entscheidung. "Wir schätzen zwar Herrn Schönherrs Kreativität. Aber auch er muss sich an gesetzliche Vorgaben halten", sagte Rappen. Ganz verschwinden wird der Turm allerdings nicht von Schönherrs Grundstück. Der Baumeister will Reste des Kunstwerkes stehen lassen. Nach dem Schiefen Turm von Pisa gibt es dann den Geköpften Turm von Bestenrade. "Der sieht dann zwar mächtig verstümmelt aus, aber ist für mich ein Andenken an eine schöne Zeit", verdeutlicht Schönherr.

Mit seinen Nachbauten eines 10,18 Meter hohen Leuchtturms oder des Schiefen Turms von Pisa war der Bestenrader in den vergangenen Jahren über die Kreisgrenzen hinaus berühmt geworden. Er schaffte zwei Mal den Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde.

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