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Maisanbau nimmt zu : Bauern bangen um geschädigte Rapssaat

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Die Landwirte vom Agrarhof Brüel haben bereits zur Radikalkur gegriffen, 65 Hektar Raps umgebrochen und mit Sommergerste neu bestellt. "Die starken Fröste im Februar haben von den Pflanzen nichts übrig gelassen."

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erstellt am 30.Mär.2011 | 08:28 Uhr

Brüel / Parchim | Die Landwirte vom Agrarhof Brüel haben bereits zur Radikalkur gegriffen, 65 Hektar Raps umgebrochen und mit Sommergerste neu bestellt. "Die starken Fröste im Februar haben von den Pflanzen, die einfach noch zu klein waren, nichts übrig gelassen. Die Felder waren braun statt grün, so dass uns gar nichts anderes blieb, um von diesen Feldern noch etwas zu ernten", begründet Dietmar Schulz, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Über weitere Flächen wollen die Brüeler in etwa einem Monat entscheiden. "Vielleicht erholen sich die Bestände bis dahin", hofft Dietmar Schulz.

Überall im Landkreis Parchim begutachten die Landwirte mit Sorge die Rapsfelder, weiß Heike Kasten, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. "Ich habe mal herumgefragt, die meisten wollen noch ein, zwei Wochen abwarten und dann entscheiden, ob die durch den Kahlfrost stark geschädigten Rapsflächen was hergeben könnten oder umgebrochen werden müssen." Mindestens zehn bis 15 gesunde Pflanzen pro Quadratmeter gelten bei der Bonitierung als Richtwert, erklärt Kasten.

Weil sich die Getreideernte im Vorjahr nach dem verregneten August ungewöhnlich lange hingezogen hatte, verschob sich auf diesen Flächen auch die Rapsaussaat. Somit blieb den Pflanzen bis zu den sehr frühen und strengen Herbstfrösten zu wenig Entwicklungszeit. "Sie gingen viel zu klein in den Winter und waren nicht widerstandsfähig", sagt die Fachfrau.

Im Landkreis nimmt der Raps mit ca. 18 000 Hektar die drittgrößte Anbaufläche unter den Mähdruschfrüchten ein. Nur Mais (23 000 Hektar) und Winterweizen (20 000) liegen darüber. Winterrog-gen wächst derzeit auf etwa 14 000 Hektar heran, Wintergerste auf 11 000 Hektar. Insgesamt umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche im Kreis Parchim 130 000 Hektar, rund 25 000 Hektar davon sind Grünland.

Um mehr als die Hälfte hat innerhalb von nur wenigen Jahren der Maisanbau zugelegt. 2007 waren es knapp 14 000 Hektar, zwei Jahre später schon 19 000. Grund dafür ist der Bau von Biogasanlagen. Aktuell gibt es 22 im Landkreis, für eine weitere läuft das Genehmigungsverfahren. Andere Agrarbetriebe würden sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen , in diese Form alternativer Energieerzeugung einzusteigen oder sie zu erweitern, und hätten teils Pläne in der Schublade, so die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes.

Eine völlig untergeordnete Rolle spiele inzwischen der Kartoffelanbau. Im Landkreis seien es insgesamt nur noch rund 200 Hektar Speise- und Industriekartoffeln. Preisverfall und schlechte Ernten hätten ihre Spuren hinterlassen. 2007 waren es noch 1100 Hektar.

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