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Flugplatz Parchim : Bauantrag für Hallen gestellt

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Bewegung auf dem Flughafen Parchim: Ein Investor hat in dieser Woche beim Landkreis einen Bauantrag für zwei jeweils 10 000 Quadratmeter große Hallen gestellt. Das bestätigte gestern Landkreis-Sprecher Andreas Bonin.

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erstellt am 09.Mär.2012 | 06:11 Uhr

parchim | Bewegung auf dem Flughafen Parchim: Ein Investor hat in dieser Woche beim Landkreis einen Bauantrag für zwei jeweils 10 000 Quadratmeter große Hallen gestellt. Das bestätigte gestern Andreas Bonin, der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim: "Der Antrag wird derzeit bearbeitet, Stellungnahmen der Luftfahrtaufsichtsbehörde und der Stadt Parchim sind angefordert. Das ist der normale Verfahrensweg."

Bei dem Investor könnte es sich um eine Hamburger Holding handeln, die mit Unternehmen in China und Russland verbunden ist. Vor einigen Jahren suchte das Handelshaus große Mengen Eichenstammholz in Deutschland, um es in seiner chinesischen Fabrik zu verarbeiten. Der Internetauftritt der Firma ist mit dem Hinweis "Wartungsarbeit" versehen, telefonische Verbindungen sind nicht möglich. Das Investitionsvolumen der Hallen soll nach einem NDR-Bericht sieben Millionen Euro betragen.

Derzeit wird in Parchim heiß über die Eigenheim-Bautätigkeit des Flughafen-Investors diskutiert. Jonathan Pang will mit einem Partnerunternehmen in Damm 17 Eigenheime errichten und hat offenbar eine leer stehende Villa neben dem Amtgericht gekauft (wir berichteten). Kritik daran, die den Verzicht des Landkreises von 12 Millionen Euro am Flughafenpreis ins Spiel bringt, weist Wolfgang Waldmüller, der Regionalleiter des Parchimer Unternehmerverbands zurück: "Es läuft alles vertragsgemäß. Der Investor hat die Raten bisher fristgerecht bezahlt." Den Kaufpreis-Nachlass habe der Kreis seinerzeit mit einer Investitionszusage über 45 Millionen Euro verbunden. Verhandeln dürfe man schließlich, sagt Waldmüller. Der Unternehmerverbands-Chef sieht nach wie vor keine Alternative zu Pang: "Es ist ein Segen, dass der Herr Pang hier als Investor aufgetreten ist und den Flughafen entwickeln will."

Waldmüller weist darauf hin, dass Jonathan Pang seit Juni 2007 die Betriebskosten für den Flughafen und die Gehälter der etwa 30 Mitarbeiter zahlt. Pro Monat betrage dieser Posten zwischen 200 000 und 300 000 Euro, so dass schon fast zehn Millionen Euro zusammengekommen sind. Ansonsten könne Wolfgang Waldmüller die Geschäfte Pangs nicht kritisieren: "Ein Investor investiert nun mal. Wenn er sich in Parchim eine marode Villa lauft und mit viel Aufwand renovieren will, ist das für mich ein Zeichen, dass er es ernst meint mit seinem Engagement, dass er hier wohnen will."

Die 17 Einfamilienhäuser in Damm seien schließlich auch eine Investition in die Region. Das sei zu begrüßen. Waldmüller: "Freuen wir uns doch, dass ein Unternehmer in die Region investiert. Wer baut denn heutzutage sonst 17 Häuser?" Sollte der Flughafenbetrieb sich positiv entwickeln, werde die Region auch mit Einfamilienhäusern - zum Beispiel für Fachkräfte - attraktiver.

Waldmüller betont, dass Flughafenbesitzer Jonathan Pang keine staatlichen Fördermittel bekommen habe und dass es eine Rücktrittsklausel im Vertrag gebe. Zahle Pang seine Raten nicht, gehe der Flugplatz an den Landkreis zurück, ohne Entschädigung und inklusive der getätigten Investitionen.

Der neue Tower direkt neben dem Abfertigungsgenäude wächst indes weiter gen Himmel. 36 Meter soll er hoch werden und noch im ersten Halbjahr in Betrieb gehen. Sieben Stockwerke sind bereits gebaut, demnächst beginnen die Arbeiter mit dem Bau des Kontrollraumes. Von dort werden die Pangschen Eigenheime ganz klein aussehen...

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