Bankraub in Putlitz missglückt

Einbruch in der Putlitzer Sparkasse: Passanten blicken neugierig zu den Kriminaltechnikern herüber.thomas bein
Einbruch in der Putlitzer Sparkasse: Passanten blicken neugierig zu den Kriminaltechnikern herüber.thomas bein

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16. April 2010, 07:51 Uhr

Putlitz | Unbekannte drangen in der Nacht zu gestern gegen 2.30 Uhr in den Vorraum der Putlitzer Sparkassenfiliale ein und versuchten, den dort befindlichen Geldautomaten zu sprengen. Anwohner wurden durch einen dumpfen Knall aus dem Schlaf gerissen. Ein Zeuge, der in unmittelbarer Nähe wohnt, beobachtete aus dem Fenster, wie zwei Männer die Bankfiliale verließen. Das sonst auch nachts stets beleuchtete Gebäude war dunkel. "Das Auto stand genau unter der Straßenlaterne. Die zwei Männer stiegen ein und der Wagen fuhr los. Also muss ein dritter im Auto gewartet haben. Die hatten große Handschuhe an", berichtete der Zeuge. Das Auto wendete und fuhr in normalem Tempo aus der Stadt in Richtung A 24.

Es war nach Dezember 2007 der zweite Anschlag auf die Sparkassenfiliale in Putlitz mit einem Sprengsatz und der dritte Angriff auf einen Geldautomaten in der Prignitz innerhalb weniger Wochen. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) sicherten Freitagvormittag Spuren.

Die Schäden an der Sparkassenfiliale in der Ernst-Thälmann-Straße seien zwar erheblich, aber nicht so gravierend wie vor drei Jahren, so Sparkassenvorstand Wilfried von Bieren auf Nachfrage. Das Kreditinstitut habe bereits einen neuen Geldautomaten bestellt. Der stark beschädigte Automat befinde sich noch im Bankvorraum, die Täter seien offenbar ohne Beute geflohen, sagt von Bieren.

Gisela Schlappmann wohnt zwei Häuser weiter. "Ich habe den Knall gehört. Ich dachte, das wäre ein Lkw von der Biogasanlage. Die stehen manchmal vorm Haus, die Fahrer telefonieren oft nachts von der Telefonzelle aus. Von der Explosion in der Sparkasse habe ich erst am Morgen erfahren", erzählte Schlappmann. Polizeibeamte gingen von Haus zu Haus und befragten die Anwohner. Auch Sandra Schulz

hat nur einen dumpfen Knall wahrgenommen und das Zittern und Beben in ihrer Wohnung, denn die liegt genau über der Sparkassenfiliale.

Bürgermeister Bernd Dannemann sieht die gute Verkehrsanbindung seiner Stadt als Grund für die wiederholten Angriffe auf Bankfilialen. Er hoffe nur, dass auch Investoren aus der Wirtschaft diese verkehrsgünstige Lage irgendwann entdecken, äußerte er gegenüber dem "Prignitzer". Nach den Aufräumarbeiten hofft Sparkassenvorstand Wilfried von Bieren, am Montag die Geschäftsstelle wieder öffnen zu können, sofern die Verkehrssicherheit für Mitarbeiter und Kunden in dem Gebäude gegeben sei. Die Sicherheitsstandards könne man in Putlitz kaum weiter erhöhen, ohne dass sie zu Lasten der Kunden gingen, so von Bieren.

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