Bananen wachsen hier nicht

Die Wassergüte der Karthane untersuchten Schüler unter Anleitung von  Naturwächter Jürgen Herper. Für die Kinder war es ein überaus  spannender Ausflug in die unmittelbare Umgebung.Birgit Hamann (2)
Die Wassergüte der Karthane untersuchten Schüler unter Anleitung von Naturwächter Jürgen Herper. Für die Kinder war es ein überaus spannender Ausflug in die unmittelbare Umgebung.Birgit Hamann (2)

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12. Mai 2010, 01:57 Uhr

Bad Wilsnack | Namenspflege und Heimatkunde fanden im Elbtalprojekt der gleichnamigen Wilsnacker Grundschule auf interessante Weise zueinander. Gestern und am Montag erforschten die 177 Schüler gemeinsam mit Lehrern und Betreuern aus dem Ganztagsbetrieb ihre nähere Umgebung. Darunter befanden sich junge Reporter aus den Klassenstufen 1 bis 3, die Interviews in der Kurstadt machten. Sie befragten Passanten und auch Bürgermeister Dietrich Gappa zum Thema Heimatgefühl.

Schulleiterin Sabine Zander ging mit einer Schülergruppe auf Fotosafari. "Wir machten Bilder von alten Gebäuden und schönen Ecken Bad Wilsnacks", berichtet sie. Die Motive nehmen am Fotowettbewerb "Bitte lächeln, alte Stadt!" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung teil. Aus dem Keller duftete es am Montag lecker: Schüler bereiteten Prignitzer Gerichte zu, notierten ihre Rezepte und entwarfen ein kleines Kochbuch. "Das werden wir sicher in unserer Koch-AG weiternutzen", so Zander.

Was ist überhaupt heimisch? Um diese Frage zu beantworten, wurde genau ergründet, was in der Prignitz auf den Feldern und in den Gärten natürlicherweise vorkommt. Bananen gehören nicht dazu, lautete eine Erkenntnis. Populärwissenschaftlich ging es an den Stationen von Jürgen Herper und Kathleen Awe zu. Die Kinder untersuchten die Wasserqualität in der Karthane und auch in den Gewässern des neuen Kurparks.

"Es hat mir richtig Spaß gemacht, das war eine tolle Truppe", resümiert Naturwächter Herper die Arbeit mit den Kindern. Er verdeutlichte an einem Modell in der freien Natur, wie wichtig es ist, dass Flüsse mäandern, dass sie Untiefen und Kolke haben. "Damit das Wasser länger in der Landschaft bleibt." Die Kinder durften selbst die Fließgeschwindigkeit in einem natürlichen und einem begradigten, ausgebaggerten Flussbett testen. Bewaffnet mit Keschern gings dann ganz nah ans Karthane-Ufer. Was da im Wasser alles kreuchte und fleuchte, sorgte bei den Mädchen und Jungen schon für Erstaunen.

Gestern setzte sich das Elbtalprojekt mit Touren in die Umgebung fort. Es ging unter anderem nach Bälow in die Milchviehanlage, zum Sportboothafen nach Wittenberge und zu den Fischteichen auf dem Gelände der Plattenburg.

"Es war eine Premiere für uns. Die Schüler präsentieren heute ihre Ergebnisse", fasst Sabine Zander das erste Elbtalprojekt zusammen. Was den Namen ihrer Schule, der Elbtalgrundschule, eigentlich ausmacht, das werden Schüler, Pädagogen und Betreuer wohl nicht das letzte Mal ausgelotet haben.

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