Baltic College Güstrow schließt

Schock für die Güstrower Bildungslandschaft: Wie Baltic-College-Geschäftsführer Sven Olsen gestern unserer Redaktion bestätigte, soll die Lehrtätigkeit im Güstrower Stammhaus 2011 auslaufen. Insgesamt soll die Zahl der Standorte von vier auf zwei verringert werden. Schwerin werde ausgebaut, Güstrow falle weg, die geplante Rostocker Niederlassung werde nicht eröffnet und Potsdam werde zukünftig eigenständig.

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25. August 2009, 09:54 Uhr

Güstrow | Der Standort Güstrow mit seinen derzeit 150 Studenten wird laut Olsen 2011 geschlossen. Schon ab diesem Semester erfolgen keine Immatrikulationen mehr. Alle Studenten können aber ihr Studium - im dualen Studiengang sieben Semester - in Güstrow beenden. Bereits vor kurzem hatte Olsen gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass die Hochschule ihre Kräfte bündeln wolle. Aus den drei Häusern in Mecklenburg-Vorpommern - Rostock, Schwerin und Güstrow - wolle man einen Standort machen, so Olsen damals. Jetzt hat es das Stammhaus in Güstrow getroffen.

Unterdessen verlängerte das Schweriner Bildungsministerium gestern die staatliche Anerkennung der privaten Hochschule Baltic College - knapp zwei Monate nach der heftigen Kritik des Wissenschaftsrates (SVZ berichtete). Der Wissenschaftsrat hatte es Anfang Juli abgelehnt, das College als Fachhochschule anzuerkennen. Die jetzige Anerkennung durch das Schweriner Bildungsministerium sei unter Auflagen für zunächst ein Jahr erteilt worden, sagte College-Geschäftsführer Olsen. Das Ministerium bestätigte seine Angaben.

Sven Olsen im Gespräch mit unserer Zeitung: "Wir haben mit dem Bildungsministerium eine gemeinsame Strategie abgestimmt und werden mit einer hochkarätig besetzten Arbeitsgruppe die institutionelle Akkreditierung begleiten." In MV wolle sich das Baltic College laut Olsen künftig auf den Standort Schwerin, wo ein Neubau entsteht, konzentrieren. Güstrow und Rostock fallen weg. "So werden klare Strukturen geschaffen", betonte er. An allen Standorten des 2001 in Güstrow gegründeten Colleges studieren derzeit knapp 400 junge Leute in den Fachrichtungen Unternehmensmanagement, Management im Gesundheitstourismus sowie Hotel- und Tourismusmanagement.

Wissenschaftsrat-Kritik gemeinsam aufarbeitenGemeinsam mit dem Bildungsministerium wird laut Olsen ein Fahrplan erarbeitet, um die Kritik des Wissenschaftsrats aufzuarbeiten. Dieser Fahrplan sieht u. a. vor, die Zahl der Professoren bis Ende dieses Jahres von fünf auf acht zu erhöhen, die Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die Ausstattung - insbesondere die der Bibliothek - zu verbessern. Sven Olsen: "Wir entwickeln ein Bibliothekskonzept, bei dem es um die Quantität und auch um die Qualität der Literatur und multimedialen Lehrmaterialien geht." Mit den geplanten Veränderungen würden exakt die Kritikpunkte des Wissenschaftsrates abgearbeitet, sagte Olsen. Er kündigte an, sich im kommenden Jahr erneut um die Akkreditierung zu bemühen.

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