Bald dunkel im Gewerbegebiet

23-32786948.jpg

von
08. Mai 2010, 01:57 Uhr

Bützow | Ein erster Schritt zum Sparen bei der Straßenbeleuchtung in Bützow soll in den Gewerbegebieten der Stadt unternommen werden.

Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Haushaltskonsolidierung schlug der Bützower Bauausschuss vor, in den Gewerbegebieten Wolker Chaussee und Heidkamp künftig zwischen 23 Uhr und vier Uhr die Straßenlaternen abzuschalten. "Das könnte vielleicht der Einstieg sein", sagt Dr. Mathias Wolschon, Vorsitzender des Bauausschuss. Man müsse aber vorher mit den Firmen sprechen. "Allein im Gewerbegebiet fallen im Haushalt jährlich 8400 Euro an Stromkosten an", sagt Bauamtsleiterin Doris Zich. Dies müsse nicht sein, denn nachts sei sowieso niemand im Gewerbegebiet. Das Bauamt wird in den nächsten Tagen in einem Schreiben die dort ansässigen Firmen über die geplanten nächtlichen Abschaltungen der Straßenbeleuchtung informieren.

Nicht so schnell einig werden konnten sich die Ausschussmitglieder über das Abschalten von Straßenleuchten in der Stadt. "Die CDU-Fraktion trägt es mit, an der Hauptstraße jede zweite Lampe auszuschalten. Wobei die Kreuzungsbereiche ausgenommen werden sollten", so Wolschon. Er glaube, dass die Bürger dafür angesichts des Sparzwanges der Stadt Verständnis haben, sagte Joachim Fiedler (SPD). "Wenn wir die Lampen teilweise abschalten, sparen wir Geld, um die Lampen später modernisieren zu können", stellt er fest.

Dass er nicht dafür sei, in der Innenstadt das Licht auszuschalten, betont Christoph Herbst. "Dann geht nachher abends gar keiner mehr weg", fürchtet er. Im Leningring sei schon zu DDR-Zeiten jede zweite Lampe ausgeschaltet worden. "Wenn jetzt nochmal jede zweite Lampe wegfällt, brennt dort nur noch jede vierte. Das geht nicht", gibt Doris Zich zu bedenken. Man müsse dann eben die Lampen nur zeiteweise ausschalten oder dimmen, so ein weiterer Vorschlag. "Wir brauchen aber Möglichkeiten ohne große Investitionen", so Jörg Krone (UBB).

Um nicht vom "grünen Tisch" aus zu entscheiden und sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, sich demnächst bei einem abendlichen Rundgang ein Bild von der Situation vor Ort zu machen und "zu gucken, welche Lampen aus können", so Wolschon. Er ist sich darüber im Klaren, dass das Ganze grundsätzlich "nicht sehr populär ist". Doch zwinge die Haushaltssituation der Stadt zu solchen Einsparungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen