Balan: Vorschlag der Grünen ist Unsinn

„Ich weiß nicht, warum jemand solch einen  Unsinn vorschlägt.“ - Manuela Balan, Unternehmerverband Rostock
„Ich weiß nicht, warum jemand solch einen Unsinn vorschlägt.“ - Manuela Balan, Unternehmerverband Rostock

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22. Dezember 2010, 07:10 Uhr

Rostock | Als einen völlig unbegründeten und schädlichen Vorstoß für die Unternehmen im Land und speziell in Rostock hat Manuela Balan den Vorstoß der Grünen im Bundestag gegen den Bau der Autobahn 14 von Magdeburg nach Schwerin bezeichnet. "Ich weiß nicht, warum jemand solch einen Unsinn vorschlägt. Viele Jahre ist dafür gearbeitet worden, dass diese Verkehrsachse entsteht, gerade auch mit Blick auf den Knotenpunkt Rostocker Überseehafen", sagt die Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Rostock und Umgebung. Die wirtschaftlichen Ansiedlungen in Deutschland würden aus ihrer Sicht zeigen, dass die Häfen des Nordens durch dieses Stück Autobahn eine deutlich bessere Anbindung an Industriegebiete - beispielsweise rund um Hannover - bekommen. Balan hält deshalb den Ausbau der A 14 für die Entwicklung der Wirtschaft in ganz Mecklenburg-Vorpommern für unabdingbar. Denn ein Abweichen von diesem Projekt würde die Möglichkeiten vieler Firmen torpedieren, sich auf dem europäischen Markt weiter zu etablieren.

Auch Minister von SPD und CDU, die Wirtschaft und die Oppositionsfraktionen von Linke und FDP im Landtag pochten gestern darauf, dass das 1,3-Milliarden-Euro-Projekt verwirklicht wird.

Die Grünen-Bundestagsfraktion hatte für die Sitzung des Parlaments am 20. Januar einen Antrag vorgelegt, die bereits laufenden Planfeststellungsverfahren in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zu beenden. Der für den Bau veranschlagte Milliardenbetrag solle in andere Verkehrsprojekte, etwa Bahnvorhaben, gesteckt werden. Der Bedarf für die Autobahn sei nicht nachgewiesen, heißt es in dem Antrag. Ökologisch sensible Gebiete würden durchschnitten.

Nach Worten von Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) kommen die Vorbereitungen für den 155 Kilometer langen Autobahnbau bislang gut voran. "Anfang 2011 werden wir mit dem Planfeststellungsverfahren für den nächsten Abschnitt der A 14 vom Autobahndreieck Schwerin bis Ludwigslust-Süd beginnen", kündigte er an. "Nach dem Lückenschluss der A 14 zwischen Wismar und Schwerin brauchen wird die Weiterführung der A 14 als schnelle Nord-Süd-Verbindung."

Mecklenburg-Vorpommern hat mit 26 Kilometern den kürzesten Abschnitt an der geplanten Autobahn, 32 Kilometer verlaufen durch Brandenburg und 97 Kilometer durch Sachsen-Anhalt. Nach aktuellen Planungen soll sie bis 2020 fertiggestellt sein. In Sachsen-Anhalt liegen drei Klagen gegen den ersten Bauabschnitt vor.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) nannte den Vorstoß der Grünen im Bundestag unverantwortlich. "Die Fertigstellung der Verbindung ist dringend, sie ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburgs wichtig, sondern der Lückenschluss in einer europäischen Verkehrs- und Wirtschaftsachse", betonte er.

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