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Bahn-Warnstreiks treffen auch Verkehr im Nordosten

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erstellt am 26.Okt.2010 | 06:52 Uhr

Berlin/Schwerin | Die befristeten Warnstreiks bei der Bahn haben sich gestern teilweise auch auf den Regionalverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ausgewirkt. Verantwortlich dafür war eine Arbeitsniederlegung im Berliner Stellwerk Biesdorf. Dadurch kam es etwa bei der ODEG Ostdeutschen Eisenbahn GmbH zu Verspätungen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Auch die Fernzüge waren teilweise unpünktlich mit Verspätungen von etwa 20 Minuten. So sei ein Intercity aus Münster ausgefallen, es sei aber ein Ersatz-IC gefahren. In MV wurde aber nicht gestreikt.

Nach Angaben der Verbraucherzen trale Mecklenburg-Vorpommern müssen Bahnkunden nicht jede Beeinträchtigung im Bahnverkehr hinnehmen. Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht antreten können, hätten die Möglichkeit, ihre Fahrkarte im Reisezentrum kostenlos umzutauschen oder erstatten zu lassen. "Wen aber eine nennenswerte Verspätung von mehr als einer Stunde trifft, hat Anspruch auf eine teilweise Fahrpreiserstattung, auch wenn die Bahn einen Streik immer wieder als höhere Gewalt einstufen möchte", sagte Verbraucherschützer Joachim Geburtig.

Schwerpunkte der Warnstreiks waren Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Arbeitsniederlegungen gab es auch in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Berlin. Mit den Aktionen wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA Druck auf die Bahngesellschaften ausüben. Sie wollen in der laufenden Tarifauseinandersetzung gleiche Tarife bei der Deutschen Bahn und bei den Privatbahnen durchsetzen.

Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, sagte, dass es bis zur nächsten Verhandlung mit der Deutschen Bahn am Freitag "höchstwahrscheinlich" keine weiteren Streiks mehr geben werde. Transnet-Vorsitzender Alexander Kirchner gab sich kämpferisch: "Wir wollen signalisieren, dass wir es ernst meinen." Sollten sich die Unternehmen nicht ernsthaft bewegen, drohten weitere Arbeitsniederlegungen. Notfalls werde es auch Urabstimmung und einen regulären Streik geben - dann werde der Verkehr ganz lahmgelegt.

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