Bahn gibt Gehweg wieder frei

<strong>Das Streitobjekt:</strong> Seit einem Jahr gesperrt.
Das Streitobjekt: Seit einem Jahr gesperrt.

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21. Juli 2010, 07:22 Uhr

Kassebohm | Die Kassebohmer atmen auf: Rund ein Jahr nach der Sperrung will die Deutsche Bahn den Verbindungsgang für Fußgänger zwischen Kassebohmer Weg und Neubrandenburger Straße zum 27. Juli wieder öffnen. Damit gibt der Grundstückseigentümer dem zunehmenden Druck der Anwohner und des Ortsbeirates nach. Die hatten schon eine große Protestaktion für kommenden Mittwoch, den Jahrestag der Schließung, geplant - bis hin zur Besetzung der Bahngleise. "Das Maß war mehr als voll", sagt Karl Scheube, der Ortsbeiratsvorsitzende von Brinckmansdorf.

Die Lösung brachte eine gemeinsame Sitzung aller Beteiligten auf Initiative von Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU). Vertreter der Deutschen Bahn AG, der Stadt und des Ortsbeirates klärten am runden Tisch offene Fragen, unter anderem zur Verkehrssicherungspflicht, Instandhaltung und Pflege des betreffenden Abschnitts. Streitpunkt war vor allem die Frage nach der Beleuchtung des Weges. Denn die Begründung der Bahn für die Schließung waren damals neun defekte Straßenlaternen, diverse Stolperfallen und die daher nicht mehr gegebene Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

Anwohner liefen gegen die angebrachten Stahlstreben Sturm, konnten die Aussagen der Bahn nicht nachvollziehen. "Die Art und Weise, wie da von der Deutschen Bahn mit uns umgegangen wurde, werden wir nicht vergessen", sagt Scheube. Schließlich sei der Verbindungsweg 1979 beim Neubau des S-Bahn Haltepunktes als Ausgleich für den wegfallenden Bahnübergang geschaffen worden. Die Verantwortlichen hätten mit der Sperrung, die ohne jede Vorwarnung vorgenommen worden war, 30 Jahre Gewohnheitsrecht einfach übergangen.

Eine Beleuchtung des Weges wird die Hansestadt Rostock aus finanziellen Gründen nun nicht vornehmen. Allerdings wird die Abzweigung von der Neubrandenburger Straße aus künftig besser ausgeleuchtet. Das Grundstück wird aber weiterhin im Besitz der Deutschen Bahn AG verbleiben - ein Umstand, der der Stadtverwaltung nach der Schließung im Juli 2009 die Hände gebunden hatte. Sie hatte damals keine rechtliche Handhabe gegen die Sperrung, zumal der Weg offiziell nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet war.

Zwischenzeitlich prüfte die Stadt sogar den Ankauf des Grundstücks. Dafür hätte sie nach Aussage von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) allerdings zwischen 150 000 und 200 000 Euro aufbringen müssen. Geld, das das klamme Rostock nicht hat. In die Summe hatte der Oberbürgermeister aber auch schon die Sanierung der Leuchtanlagen und des Gehwegs eingerechnet.

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