Bagger frisst die Gewölbe frei

Das alte Gleisbett war mit Asphalt überzogen. Der ist abgetragen. Der Bagger frisst sich jetzt  bis aufs Mauerwerk durch. Barbara Haak
Das alte Gleisbett war mit Asphalt überzogen. Der ist abgetragen. Der Bagger frisst sich jetzt bis aufs Mauerwerk durch. Barbara Haak

Die Baggerschaufel greift zu, hebt Sand von der Fahrbahn. Meter für Meter arbeitet sich das Gefährt auf dem ehemaligen Gleisbett vor: Der Abriss der Hafenbrücke hat begonnen.

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14. Oktober 2009, 09:48 Uhr

Wittenberge | Die Männer der Abbruchfirma sind dabei, sich auf der alten Eisenbahnbrücke bis zu den gemauerten Gewölben und den Pfeilerköpfen vorzuarbeiten. Nicht anders werden sie bei der Straßenbrücke verfahren. Was sich auf den ersten Blick als ein Bauwerk darstellt, sind zwei Brücken: die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Eisenbahnquerung Richtung Magdeburg und die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaute Straßenbrücke, die zum Elbdeich führt.

Welches dieser beiden Bauwerke als erstes abgerissen oder besser abgetragen wird, dazu wollte sich gestern das Unternehmen nicht endgültig festlegen. Bei der näheren Untersuchung der ehemaligen Eisenbahnbrücke hat es nämlich noch eine Überraschung gegeben. Die fast 160 Jahre alten Unterlagen stimmen nicht in jedem Punkt mit der gebauten Realität überein. Gestern nahm das Unternehmen deshalb im Bereich der Pfeiler Probebohrungen vor, um über das weitere Vorgehen befinden zu können.

Der Chef des städtischen Bauamts Hubert Mackel ist davon überzeugt, "dass wir mit Eggers ein schlagkräftiges Unternehmen im Einsatz haben". Er gehe deshalb auch nicht von zeitlichen Verzögerungen aus.

Voraussichtlich Ende des nächsten Jahres soll die neue Hafenbrücke stehen. So lange müssen die Bewohner aus den Ortsteilen unterhalb des Deichs und die Radtouristen den Umweg über Kuhblank fahren, wenn sie in die Stadt wollen. "Für die Autofahrer geht ja alles noch. Aber für die Radfahrer ist das eine Zumutung", sagt der Ortsbürgermeister von Zwischendeich, Peter Ehrhorn.

Bis zum Schluss habe man in den Elbdörfern die Hoffnung gehabt, dass doch noch die Abkürzung übers Schöpfwerk möglich sein würde, auch wenn dort Baustelle ist. "Wäre es nicht möglich, dass die Radfahrer dort auf eigene Gefahr rüber fahren?"

Die Hinzdorfer Ortsbürgermeisterin Heike Paasch sieht durchaus das Bemühen der Stadt, "etwas für uns zu finden". "Wir wissen, dass es schwierig ist. Aber ich glaube, die Stadt hat die Probleme unterschätzt, die vor allem die Radfahrer - und das wiederum die Kinder - haben." Peter Ehrhorn geht von etwa 30 direkt Betroffenen aus.

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