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Land stellt 2,1 Millionen Euro für Marienplatz-Neugestaltung in Aussicht : Bäumestreit verzögert Sanierung nicht

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Die drei Center in der City sind auf den neusten Stand gebracht, so dass die Werbung für den Schweriner Marienplatz als "größtes Einkaufszentrum zwischen Hamburg und Berlin" gut funktionieren könnte.

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erstellt am 15.Jul.2011 | 08:07 Uhr

Altstadt | Die drei Center in der City sind auf den neusten Stand gebracht, so dass die Werbung für den Schweriner Marienplatz als "größtes Einkaufszentrum zwischen Hamburg und Berlin" gut funktionieren könnte. Nur der Platz selbst gleicht immer mehr einem Flickenteppich. Obwohl der Entwurf für die Neugestaltung bereits seit 2009 vorliegt und die Stadtvertreter das Konzept schon im Herbst 2010 abnickten, wurde der Fördermittelantrag erst jetzt gestellt. Kurz vor der Sommerpause gab es nun noch mal Änderungsideen aus der SPD-Grüne-Fraktion. Verhandelt werden die aber erst nach den Ferien. Gerät der Zeitplan für die Umgestaltung erneut ins Wanken?

Von Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff kommt auf diese Frage ein klares "Nein". Im nächsten März würden die Bauarbeiten endlich beginnen können und voraussichtlich auch 2012 abgeschlossen werden. "Ob Bäume vor der Sparkasse bleiben oder künftig auf der Mitte des Platzes stehen, das macht für die Ausschreibungen jetzt keinen großen Unterschied mehr", sagt Frieders dorff. Diese Kleinigkeiten könne man in der Ausführungsplanung problemlos nachtragen. Alle nötigen Schritte für die Umgestaltung würden jetzt eingeleitet. Rund 3,2 Millionen Euro veranschlagt die Stadt für den Umbau. Fördergelder von 2,1 Millionen Euro sind vom Land in Aussicht gestellt.

Joachim Tenkhoff, der Entwickler der Marienplatz-Galerie, hofft sehr, dass sich die Stadt wirklich an diese Versprechen hält. Denn eine Großbaustelle vor der Tür sei Gift für ein Objekt, das sich erst auf dem Markt platzieren müsse. Innerhalb eines knappen Jahres funktioniere das nicht. Die Marienplatz-Galerie hatte Mitte Mai eröffnet. Tenkhoff sorgt sich vor allem um die aufwändigen Pflasterarbeiten, die dem Nahverkehr blühen. Die Stadt hatte sich bei ihrer Planung für eine Pflasterung des gesamten Platzes entschieden - also auch des Gleisbettes für die Straßenbahnen. Aktuell liegt Asphalt zwischen den Schienen auf dem Marienplatz. Dass die Pflaster-Konstruktion sehr aufwändig ist - schwieriger Untergrund, schwere Fahrzeuge - gibt Friedersdorff zu. Der Nahverkehr habe eine gute technische Lösung für das Problem gefunden. Insgesamt muss das Gleisbett auf einem starken Betonfundament ruhen.

Wenn sich Joachim Tenkhoff an die zahlreichen Untergrund-Probleme in der Baugrube der Marienplatz-Galerie erinnert - unter anderem sackte bei Anker-Arbeiten die Wismarsche Straße einige Zentimeter ab -, wird er skeptisch, ob das alles wirklich so reibungslos funktioniert wie heute behauptet. "Die Stadt hätte sich hier für Asphalt entscheiden sollen. Der ist für diese Zwecke weitaus unkomplizierter", so der Berliner Center-Planer.

Auch einen weiteren Vorschlag aus dem Hause Tenkhoff lehnte die Stadt ab: Um die Helenenstraße zumindest bis zum nächsten Sommer optisch attraktiver zu machen, bot das Unternehmen an, sich die Kosten für eine provisorische, aber einheitliche Neupflasterung zu teilen. Bei dem aktuellen Schweriner Haushaltsloch wohl nachvollziehbar - wenn wirklich im kommenden Jahr zügig alles neu gemacht wird.

Dass sich die Kommunalpolitiker, die sich wie alle anderen Schweriner schon im Frühjahr 2009 über den klaren, schnörkellosen Entwurf des Sieger büros WES&Partner in einer Ausstellung informieren konnten, erst jetzt mit neuen Natur-Ideen zu Wort melden, mag verwundern. Sie fordern mehr Bäume als im Konzept vorgesehen - nicht nur auf der Platzmitte,wie geplant, sondern auch vor der Sparkasse. Als Sauerstoffspender und um die naturliebenden Schweriner zu erfreuen. Während die Architekten auf eine möglichst sparsame Möblierung setzen, empfindet SPD-Fraktionschef Daniel Meslien die Bäume als I-Tüpfelchen auf dem Platz.

Von dem Glasdach am Kreditinstitut, das auch als Unterstand für auf Bus und Straßenbahn Wartende dienen sollte, haben sich die Planer mittlerweile jedoch verabschiedet. Jetzt wird es doch ein separates Wartehäuschen auf dem Marienplatz geben.


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