Bäume kommen bei Frost zur Ruhe

 Frost im Wald: Forstamtsleiter Jörg Harmuth und Diensthund 'Dag' freut es. dabe
Frost im Wald: Forstamtsleiter Jörg Harmuth und Diensthund "Dag" freut es. dabe

von
12. Januar 2010, 09:01 Uhr

Wiethagen | Die Rostocker Heide gleicht einem Märchenwald. Die Bäume und Sträucher verschwinden unter einer weißen, glitzernden Schicht aus Schnee und Eis. Doch wie ertragen die Pflanzen und Tiere des Waldes den starken, anhaltenden Frost? Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth sieht den Wintereinbruch gelassen. Er sagt: "Eigentlich ist Frost und Schnee um diese Jahreszeit der Normalfall, doch wir sind es von den vergangenen Jahren einfach nicht mehr gewohnt." Für die Vegetation ist es gut, dass die Temperaturen auch über mehrere Tage und Wochen hinweg in den Minusbereich absinken, denn so kommen die Pflanzen zur Ruhe. Die Bäume fahren im Winter ihren Energiebedarf zurück und kommen so problemlos durch die kalte Jahreszeit. Sie ziehen ihre Nährstoffe aus den Blättern für den Winter zurück und speichern diese. Sie werfen ihre Blätter ab, betreiben keine Fotosynthese und verbrauchen so wesentlich sparsamer ihre Nährstoffreserven aus dem Sommer. Problematisch wird es für Bäume im Winter nur, wenn zwischendurch die Sonne stark scheint und die Bäume einseitig aufgewärmt werden. Der Temperaturunterschied im Holz kann zu Schäden führen. "Wir rechnen mit einem ganz natürlichen Umfang an Frostschäden, wovon vor allem junge Anpflanzungen betroffen sein werden", sagt Harmuth.

Nicht nur die Vegetation stellt sich auf kalte Tage ein, sondern auch die Tiere des Waldes. Die Nahrung ist im Winter knapp, so dass das Wild Energie sparen muss, indem es sich möglichst wenig bewegt. Harmuth bittet Waldbesucher um Rücksichtnahme: "Für Spaziergänger mit Hunden gilt natürlich immer Leinenpflicht, doch im Winter ist das besonders wichtig, denn aufgescheuchtes Wild verbraucht viel Energie und kann keine neuen Nahrungsquellen ausfindig machen." Des Weiteren haben Harmuth und seine Mitarbeiter die ersten Frischlinge in der Heide gesichtet. "Bachen, die gerade geworfen haben, verteidigen ihre Jungen naturgemäß und sind aggressiv, auch deswegen sollten Hunde an der Leine bleiben", so der Forstamtsleiter.

Leider passen sich auch Schädlinge den frostigen Bedingungen an. So auch die Borkenkäfer, die als die gefährlichsten Ungeziefer innerhalb der Forstwirtschaft gelten, denn sie verursachen den größten wirtschaftlichen Schaden. "Es gibt immer einen eisernen Bestand dieser Art, der Hitze und auch Frost trotzen kann", sagt der Forstamtsleiter. Ein solch ausgeprägter Winter wie in diesem Jahr gleicht den Artenbestand der Borkenkäfer wieder aus, denn Kälte macht die Insekten inaktiver und verlangsamt die Vermehrung. Obgleich der Winter die Schädlinge nicht komplett ausmerzen kann, freuen sich Harmuth und seine Kollegen über den Schnee, der den Wald ein wenig verzaubert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen