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Lokales

20. September 2017 | 05:53 Uhr

Bäcker nehmen neuen Anlauf

vom

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2010 | 06:09 Uhr

Sternberg | Es geht um 70 Arbeitsplätze im Produktionsbetrieb am Rachower Moor und in eigenen Filialen der Sternberger Bäckerei. Sie sollen mit einem geordneten Insolvenzverfahren gesichert werden. Auf Antrag der Geschäftsführung wurde es am Mittwochnachmittag am Amtsgericht Schwerin eröffnet. Das ermöglicht einen neuen Anlauf für das Unternehmen.

Einer der größten Betriebe der Region kam in finanzielle Schieflage, nachdem in Vorjahren erhoffte Einnahmen ausblieben. Umsätze in den eigenen Filialen waren zurück gegangen. Deshalb hatte der Betrieb als zusätzliches Standbein auf die Zusammenarbeit mit einem Markendiscounter gesetzt. Die lief im Vorjahr nicht so schnell an wie abgesprochen. Umsätze blieben aus, die Kosten hatte die Sternberger Bäckerei trotzdem. Das erfuhr SVZ gestern aus der Unternehmensführung.

Zusätzliche Umsatzrückgänge bescherte der vergangene schwere Winter der Bäckerei, sagte gestern Unternehmensberater Uwe Zühlke von der Firma ETL. Einer seiner Mitarbeiter, Christian Wegner, sitzt seit wenigen Tagen als dritter Mann neben Peter Wilkens und Sven Grosser in der Geschäftsführung der Sternberger Bäckerei. Der Neue von außen soll das Sanierungskonzept mit umsetzen.

Mit der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens können die Geschäftsführer aber nicht entscheiden ohne Andreas Franz. Der Schweriner Rechtsanwalt wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.

Der Plan ist, das Unternehmen aus sich heraus zu sanieren, erklärte Andreas Franz. Auch wenn der Insolvenzverwalter den Erfolg nicht garantieren kann, äußerte er sich gestern nur einen Tag nach Übernahme der Verantwortung optimistisch: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Er sicherte zu, dass die Mitarbeiter auch ihre noch ausstehenden Löhne und Gehälter erhalten.

Die Banken und die großen Lieferanten, die Backwaren zur Verfügung stellen, kennen die grundlegenden Ideen, so der Insolvenzverwalter. Es sei auch mit ihnen abgestimmt.

Das Unternehmen verfügt jetzt über die Basis für einen erfolgreichen neuen Anlauf, hieß es gestern. Der Sternberger Bäcker beliefert 89 Filialen eines Markendiscounters und dazu noch einmal 25 Filialen, die seinen Namen tragen. Sie gehören teils direkt zur Firma und werden teils von Pächtern betrieben. Die Zusammenarbeit mit dem Discounter soll noch ausgebaut werden.

Insolvenzverwalter Andreas Franz geht derzeit davon aus, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr ein positives Betriebsergebnis erreichen kann, spätestens jedoch im nächsten Jahr.

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