Badefreud und Badeleid

Gut besucht ist die Lenzener Badeanstalt bei dem jetzigen Sommerwetter. Doch für die kleinen Besucher…
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Gut besucht ist die Lenzener Badeanstalt bei dem jetzigen Sommerwetter. Doch für die kleinen Besucher…

An der Lenzener Badeanstalt am Rudower See herrscht dieser Tage Hochbetrieb. Erholungssuchende und Sonnenanbeter kommen bei den hochsommerlichen Temperaturen in Scharen an den See. Doch es gibt Ärger an der beliebten Badestelle.

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18. August 2009, 09:04 Uhr

Lenzen | Die Lenzener Badeanstalt ist ein Kleinod. Bei freiem Eintritt und ausreichend Parkplätzen außerhalb des Geländes lädt auch ein modernes Mehrzweckgebäude mit einem reichhaltigen Angebot zum Verweilen ein. Alles Friede, Freude, Eierkuchen sollte man meinen. Doch der Schein trügt ein wenig.

Während die meisten Badegäste an dem idyllisch gelegenen Gewässer friedlich nebeneinander das Sommerwetter genießen, halten sich andere nicht an die Regeln und nerven ihre Mitmenschen. Einigen Moped- und Motorradfahrer sind die wenigen Meter vom Parkplatz bis zum See noch zu lang. Es kam schon vor, dass sie deshalb mit ihren Gefährten fast bis zum Seeufer gefahren sind. Aber auch Hundebesitzer nutzen zunehmend die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Vierbeinern ein Bad im größten See der Prignitz zu nehmen. Und das in unmittelbarer Nähe zu planschenden Kleinkindern. Die Herrchen und Frauchen stört es auch nicht im Geringsten, wenn ihre, oftmals unangeleinten Lieblinge, über fremde Handtücher auf der Liegewiese spazieren.

Hunde frei laufen oder gar baden zu lassen, ist laut aushängender Badeordnung nicht gestattet. Badegäste fühlen sich deshalb belästigt und fordern ein Einschreiten seitens der Stadt. Die aber hat das Objekt aus finanziellen Gründen vor drei Jahren an den Verein zur Förderung des Rudower Sees übergeben, der es weiter verpachtete. Harald Ziegeler vom Amt verweist bei einer Anfrage des "Prignitzer" deshalb auf das Hausrecht, bringt aber auch die ordnungsbehördliche Verordnung über das Halten von Hunden des Landes Brandenburg ins Spiel. Hier heißt es im Paragrafen 4 Mitnahmeverbot: "Hunde dürfen nicht 1. auf Kinderspielplätzen, 2. auf Liegewiesen, die als solche gekennzeichnet sind, 3. in Badeanstalten sowie an als solche gekennzeichneten öffentlichen Badestellen mitgenommen werden."

Marcel Bartoschewitz, der als Pächter für die Ordnung auf dem Gelände verantwortlich ist, weiß um die Beschwerden, fühlt sich aber allein gelassen. "Da ich vor allem in der Küche zu tun habe, kann ich auch nicht immer sofort einschreiten. Wenn es Probleme gibt, sollten die Leute zu mir kommen, damit wir eine Lösung finden." Ein Wermutstropfen ist für den Pächter auch der tägliche Müll der Badegäste. Obwohl ausreichende, aber zu kleine Abfalleimer bereitstehen, ist die Badewiese am Abend manchmal mit Müll gespickt. "Es wäre schön, wenn die Gäste ihren Liegeplatz genauso sauber verlassen würden, wie sie ihn vorgefunden haben", wünscht sich Marcel Bartoschewitz.

Auch Guido Karius, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Rudower Sees, kennt die oben genannten Probleme. "Das stört mich auch immens. Hundebesitzer sollten aber eigentlich die Vorschriften kennen." Karius appellierte deshalb an die Besucher, sich an die Ordnung zu halten. Damit die Gäste schon am Eingang über die an der Badeanstalt herrschenden Richtlinien informiert werden, will der Verein in den kommenden Tagen größere Hinweistafeln aufstellen lassen.

Auf die kaum vorhandenen oder vernachlässigten Spielmöglichkeiten für Kinder soll ebenfalls reagiert werden. "Ein Fördermittelantrag für die Anschaffung von Geräten (Klettergerüst oder Buddelkisten - Anm. d. Autors) läuft", erklärt Guido Karius. Auch mit der Aufstellung von Fußballtoren, wie von den jungen Gästen gefordert, hätte Pächter Bartoschewitz kein Problem. Allein das Geld dafür fehlt.

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