Backhaus fliegt aus dem Verein der Sportangler

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Ralf Laskowski, Frank Ahlers, Andreas Hebben und Andreas Dierks (v.l.) mit dem unbeantworteten Schreiben.D. kreiss

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14. Februar 2010, 07:42 Uhr

Boizenburg | Der am 3. November 1998 als Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei in die Landesregierung berufene Till Backhaus ist seit gestern nicht mehr Mitglied im Sportanglerverein Boizenburg/Elbe (SAV). Die Petrijünger haben auf ihrer Jahreshauptversammlung gestern Vormittag den Ausschluss ihres prominenten Mitgliedes beschlossen. Dem Antrag von Frank Ahlers folgte eine klare Mehrheit der über 70 Anwesenden. Zwei Vereinsmitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich.

Der Grund für den Rausschmiss ist das Schweigen des Ministers auf einen Brief, mit dem sich die Boizenburger Antworten auf ihre Fragen bezüglich des Aalfangverbotes in der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern erhofften.

Anfang Dezember 2009 erfuhr der SAV, dass im Hauptstrom der Elbe kein Aal mehr gefangen werden darf. Unverständlich blieb ihnen, weshalb diese bestandserhaltende Maßnahme nicht für die gesamte Elbe gilt, sondern nur für MV. Für weitere Irritationen sorgen noch eine dreimonatige Schonzeit und ein erhöhtes Mindestmaß von 50 Zentimetern für Aale.

Wie kommt es zu all diesem Aktionismus um fünf vor zwölf?, fragen die Angler in dem Schreiben an den Minister, das sie gestern unserer Redaktion übergaben. "Was das Mindestmaß betrifft, hier könnte man mutmaßen, wie hoch der Anteil an entnommenen weiblichen Tieren sein wird, da männliche Aale bekanntermaßen kaum über 50 cm anwachsen. Zur Vermehrung gehören aber nun einmal beide Geschlechter...", heißt es in dem Brief. Bezüglich der Schonzeit ( vom 1. Dezember bis zum 28. Februar) verweist der Vorstand des SAV darauf, dass die Laichzeit der Aale ganz weit weg vom Zielgebiet der Boizenburger Angler stattfindet, da sich geschlechtsreife Tiere ab Oktober/November auf eine große Reise machen. Ohnehin würde zu dieser Zeit kaum jemand auf Aale angeln. "Sinn machen würde das nur, wenn sich zumindest der Kormoran daran halten würde!" Doch der wurde als Vogel des Jahres 2010 ernannt, was Vereinschef Ralf Laskowski als schallende Ohrfeige für alle bezeichnete, die sich dem Erhalt der Fischbestände und einer ausgewogenen Natur verschrieben haben.

Eigentlich wollte der Vorstand seinen Mitgliedern das Fangverbot an einem Fluss erklären, an dem sich nur ein Land beteiligt, welches auch noch den geringsten Anteil an der Flussstrecke (es sind rund acht Kilometer) hat. Doch die Antwort blieb bis gestern leider aus. Das sei, so Ahlers, vereinsschädigendes Verhalten.

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