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Lokales

24. September 2017 | 10:43 Uhr

Babyboom im Storchenland

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2010 | 07:12 Uhr

Prignitz | Sehr viel mehr junge Störche als 2009 wachsen dieses Jahr in der Prignitz auf. Das ist an einem ganz einfachen Umstand abzulesen: Während im vergangenen Jahr die 200 zur Verfügung stehenden Ringe für den gesamten Landkreis ausreichten, musste das Beringungsteam um Weißstorchbetreuer Falk Schulz dieses Jahr eine Auswahl treffen. "Wir waren nur entlang der Elbe unterwegs", so Schulz in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Beim Blick in die Nester offenbarten sich sechs Fünfer-Bruten: in Vehlin, Bentwisch, Bernheide, Mödlich, Nebelin sowie in Rühstädt auf dem ehemaligen Kälberstall. "In Wirklichkeit sind es aber noch mehr, denn wir fanden auch in Hoppenrade, wo wir nicht beringt haben, ein mit fünf Jungen besetztes Nest, außerdem in Lanz, dort war einer der fünf Jungvögel allerdings recht schwach", resümiert der Experte.

Nachwuchs gibt es auch im umgesetzten Horst in Quitzow. Trotz des neuen Standortes hatte Familie Adebar den Wohnsitz sofort wieder angenommen. Drei Storchenküken gibt es hier. Das Altersspektrum, dass die Beringer vorfanden, war sehr durchwachsen. Die Ankunft der Zugvögel und der Brutbeginn erstreckten sich in diesem Frühjahr über einen recht langen Zeitraum. Die später geborenen Vögel seien teilweise zum Beringen noch zu klein gewesen, so Falk Schulz. "Man muss schauen, was aus den Spätbruten wird." Beringt wird in der Prignitz bereits seit 1959, seither erhielten insgesamt rund 5000 Jungstörche eine Markierung am Bein. Falk Schulz selbst beringt seit 1984 Störche im Landkreis, zunächst gemeinsam mit seinem Vater Herbert, seit 1997 in eigener Verantwortung. Noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit gestaltete sich die Aktion, die jetzt alljährlich mit Unterstützung der Hebebühnen der Firma Dummer läuft, eher halsbrecherisch. "Mit Leitern und teils selbst gebauten Kletterhilfen stiegen wir auf die Dächer und auf andere Horststandorte. Erst seit 1992 können wir auf die Hebebühne zurückgreifen", verdeutlicht Falk Schulz.

Wie schon in den vergangenen Jahren nutzten auch dieses Mal Wissenschaftler die komfortable Möglichkeit des Horstbesuches. Ute Eggers, Doktorandin an der Uni Potsdam, maß und wog die Storchenkinder, nahm außerdem Federn zur genaueren Untersuchung mit. Die Biologin erforscht das Verhalten der Zugvögel. Falk Schulz entnahm den Horsten Gewölle, das von Insektenkundlern analysiert werden soll.

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