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Lokales

22. Oktober 2017 | 14:09 Uhr

Baby wurde Opfer vom Tunnel-Chaos

vom

svz.de von
erstellt am 01.Sep.2010 | 07:11 Uhr

Schwerin | Bereits mehrmals hat die Schweriner Volkszeitung über das Chaos durch defekte Aufzüge beim fünf Millionen Euro teuren Fußgängertunnel in der Lübecker Straße berichtet. Jetzt wurde ein acht Monate alter Säugling Opfer der Zustände.

Die Mutter der kleinen Maike, Manja Müller, berichtet: "Wir kamen gerade vom Arzt, wollten schnell nach Hause, als wir mit dem Fahrstuhl stecken blieben. So gegen 11.35 Uhr. Ich habe dann versucht, den Service zu erreichen, aber es meldete sich niemand. Zum Glück hatte ich ein Handy dabei und habe die Polizei gerufen. Die war dann auch schnell da. Die Polizisten haben an die Scheibe geklopft und mich beruhigt, gesagt, dass schnell Hilfe kommen wird. Doch es dauerte noch bis nach 12 Uhr, bis wir aus dem Aufzug befreit wurden. Da gerade die Sonne schien, wurde es mächtig warm in der kleinen Kabine. Ich musste die Kleine ausziehen, so stark hat sie geschwitzt. Und sie war ja auch krank. " Manja Müller, die zur Zeit im Mutterschaftsurlaub ist, hat dann auf eine Entschuldigung gewartet, aber die blieb aus.

Die manchmal monatelang defekten Aufzüge an beiden Enden der Unterführung zwingen insbesondere Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Gehbehindete und ältere Menschen zu waghalsigen Manövern oder Umwegen. Auch Radfahrer stöhnen, weil die an den Treppen geplanten Rampen fehlen.

Eine Ursache für das Chaos ist der nach wie vor schwelende Streit zwischen Stadt und dem Bauherrn Deutsche Bahn über Verantwortlichkeiten. Die Bahn sei für den Tunnel nicht mehr zuständig, so der Konzern. Wie Dr. Bernd Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement der Stadt, betont, hat die Kommune die Verkehrssicherungspflicht übernommen. Aber nur, weil die Bahn ihren Verpflichtungen zuvor unbefriedigend nachgekommen sei. Dr. Smerdka: "Schließlich konnten wir die Missstände nicht weiter tatenlos hinnehmen."

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