Avionik-Werkstatt auf Fliegerhorst fertiggestellt

Im Gebäude: Eine dicke Beton-Stahl-Wand schützt vor Strahlung.
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Im Gebäude: Eine dicke Beton-Stahl-Wand schützt vor Strahlung.

Der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern hat auf dem Fliegerhorst Laage-Kronskamp ein Werkstattgebäude übergeben. Dort sollen Elektrik und Elektronik des Eurofighters gepflegt und gewartet werden. Hohe Sicherheitsansprüche waren durch die mit dem Bau beauftragten zu erfüllen.

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29. Oktober 2009, 09:51 Uhr

Laage | Dass die Avionik-Werkstätten auf dem Fliegerhorst in Laage hohe Sicherheitsvorschriften erfüllt, wird schon vor dem Betreten des Gebäudes klar. Mehrere Schranken müssen passiert werden. Hinter der ersten Glastür ist Platz für einen Pförtner. Dann geht es nur noch mit ID-Karten weiter.

Beim Neubau der Werkstatt hatte der Betrieb für Bau und Liebenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) eine Reihe Auflagen zu erfüllen. Zum einen verlangt die empfindliche Technik des Eurofighter besondere räumliche Gegebenheiten. Zum anderen geht es um Sicherheit - nichts darf rein, nichts raus gelassen werden, weder Strahlung noch Informationen.

Abnahme durch den Militärischen AbschirmdienstDie Elektronik und Elektrik des modernen Waffensystems wird hier gewartet werden. In der vergangenen Woche wurde der Bau übergeben. Nun folgt die Abnahme durch den Militärischen Abschirmdienst. Danach können die drei Werkstätten einziehen, die bisher auf verschiedene Gebäude verteilt waren. Die Öffentlichkeit hat dann natürlich keinen Zutritt mehr.

Die großen Hallen, in denen zukünftig an Schaltkreisen gearbeitet wird, sind von einer 25 Zentimeter dicken Betonwand umgeben, in die Stahl eingearbeitet ist. Strahlung kommt hier nicht hindurch. Der Bodenbelag wirkt entladend. Dafür wurde eine Kupferschicht darunter verlegt. "Ansonsten könnten Stromstöße über den Körper auf die feine Technik überspringen und Transistoren zerstören", erklärt Uwe Sander, Leiter des BBL-Geschäftsbereichs Rostock. "Etwa 100 Leute werden in der Werkstatt im Schichtbetrieb arbeiten", fügt Silke Jänicke, die den Bau betreut hat, hinzu. Zwei Jahre hat es gedauert, bis das Spezialgebäude fertiggestellt war.

In den Werkstatthallen sorgt eine riesige Klimaanlage nicht nur für die richtige Temperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit muss geregelt werden. Nicht zu kalt und nicht zu feucht darf die Luft sein. Sonst könnten die Module Schaden nehmen. Große Fenster sorgen für ausreichend Tageslicht in den Werkhallen. Auch sie erfüllen hohe Sicherheitsstandards. Sollte eine Scheibe zu Bruch gehen, wird sofort ein Alarm ausgelöst.

Standortfeuerwehr ist nächstes ProjektObwohl die Funktionalität des Gebäudes Vorrang hat, war es Jänicke wichtig, auch ästhetischen Ansprüchen zu genügen. Ein bisschen Farbe und ein aufgelockertes Design auf den Fluren sollen den Bau einladender erscheinen lassen. Bei der Gestaltung der Wände zu den Werkstatthallen fiel die Entscheidung, den für die Strahlungssicherheit verarbeiteten Beton sichtbar zu halten.

3,2 Millionen Euro Bundesmittel flossen in die Avionik-Werkstätten. In den Bau wurden Firmen aus der Region einbezogen. Neben den Hallen für die Wartung der Elektrik und Elektronik beinhaltet das Gebäude Büros, einen Schulungsraum und sanitäre Anlagen.

Seitdem der Fliegerhorst 1990 von der Bundeswehr übernommen wurde, sind etwa 250 Millionen Euro in den Ausbau geflossen. Noch besteht Bedarf. Das nächste Vorhaben umfasst die Standortfeuerwehr, die wie alles auf dem Gelände den vom Verteidigungsministerium vorgegebenen Standards entsprechen muss. Der Militärstandort Laage war der erste, an den 2004 der erste Eurofighter geliefert wurde.

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