Auxilia kann wieder lachen

Fotos: Petra Ferch
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Fotos: Petra Ferch

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17. Februar 2011, 06:41 Uhr

Pritzwalk | Lächelnd sitzt sie auf ihrem Bett, einen ganzen Berg voller Plüschtiere um sich herum. Die sechsjährige Auxilia genießt es, verwöhnt zu werden, im Mittelpunkt zu stehen. Zu Hause in Angola lebt sie in ganz anderen Verhältnissen. Dort wurden Partner von Friedensdorf International, einem Hilfsverein mit Sitz in Oberhausen, der kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt, auf die Kleine aufmerksam. Denn sie hatte schwerste Brandverletzungen an der rechten Hand, am Oberarm und im Achsel- und Schulterbereich.

Vermutlich ein Unfall zu Hause, denn in Angola wird viel mit Ölbrennern gekocht, was höchst explosiv und brandgefährlich sei, weiß Dr. Thorsten Hörmann. Der plastische Chirurg am Pritzwalker Klinikum hat Erfahrungen mit Verletzungen dieser Art. Und als Friedensdorf International in Pritzwalk anfragte, ob sie Auxilia auf eigene Kosten operieren würden, sagte die Klinik-Leitung sofort zu. Nicht nur das, "wir werden auch künftig mit dem Verein zusammen arbeiten", betont Hörmann.

Die kleine Angolanerin wurde 14 Tage lang in Pritzwalk betreut. Nach der Operation, bei der ihr eigene Haut aus dem Rückenbereich in die verbrannten Stellen verpflanzt wurde, erhielt sie nicht nur die entsprechende medizinische Versorgung wie Physiotherapie sowie eine für sie angefertigte Kompressionsjacke zum besseren Verheilen der Wunden, vor allem wurde ihr viel Liebe und Aufmerksamkeit entgegen gebracht. In dieser Woche konnte sie zudem gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen im Klinik-Kindergarten in Pritzwalk tollen, soweit es der Heilungsprozess schon zuließ. Ohne die Operation wäre das kleine Mädchen ihr Leben lang schwer behindert geblieben.

Heute reist Auxilia wieder nach Oberhausen. "Da wird sie sich Aufmerksamkeit und Zuneigung wieder mit vielen weiteren Kindern teilen", sagt Christian Heisig vom Friedensdorf International. Denn rund 150 Mädchen und Jungen werden dort betreut, bevor sie wieder zurück in ihre Heimat fahren, versehen mit wichtigen Hinweisen vor allem für die Eltern, wie sie ihre Schützlinge weiter behandeln müssen. "Außerdem erhalten die Kinder einen Patientenpass, mit dem sie sich nach einem halben Jahr bei unseren Partner-Ärzten in den Heimatländern wieder vorstellen", beschreibt Heisig den weiteren Werdegang.

Während sich die 150 Kinder auf die Heimreise vorbereiten, werden zur gleichen Zeit noch einmal genau so viele Mädchen und Jungen aus verschiedensten Teilen der Welt in deutschen Krankenhäusern behandelt. Allein in den neuen Bundesländern sind es 100 Kliniken, die den Verein unterstützen. Sie helfen damit Kindern, deren Eltern sich eine solche Behandlung nie leisten könnten. Gerade am Mittwoch hat Friedensdorf International 90 kleine Patienten aus Afghanistan und aus dem Kaukasus zur Behandlung nach Deutschland geholt.

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