Dr. Gernot Rücker bekommt Thieme Teaching Award : Auszeichnung für Notfallmediziner

 Exemplarisch am Spielzeug-Krankenhaus: Dr. Gernot Rücker kann jungen Besuchern am Playmobil-Krankenhaus die Rettungskette vom Erstversorger bis zur Entlassung erklären. Geos
Exemplarisch am Spielzeug-Krankenhaus: Dr. Gernot Rücker kann jungen Besuchern am Playmobil-Krankenhaus die Rettungskette vom Erstversorger bis zur Entlassung erklären. Geos

Mit seiner Playmobil-Klinik kann Dr. Gernot Rücker den kleinsten Patienten verdeutlichen, wie die Rettungskette nach einem Unfall arbeitet. Dafür bekam er nun den renommierten Thieme Teaching Award.

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16. Mai 2011, 08:32 Uhr

Rostock/Hamburg | Mit seiner Playmobil-Klinik kann Dr. Gernot Rücker selbst den kleinsten Patienten verdeutlichen, wie die Rettungskette nach einem Unfall arbeitet. Am vergangenen Sonnabend wurde Rücker, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Rostock, der renommierte Thieme Teaching Award von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin verliehen. Anlässlich des Deutschen Anästhesiekongresses in Hamburg bekam er den mit 2500 Euro dotierten Preis für die Etablierung seines Projektes, bei dem Schüler in Wiederbelebung geschult werden und durch das das Interesse für Medizin geweckt werden soll. Rücker und sein Team haben mehr als 20 000 Schüler untersucht und dabei festgestellt, dass die Jugendlichen ab der siebten Klasse uneingeschränkt in der Lage sind, eine Wiederbelebung leitliniengerecht durchzuführen.

Flächendeckend potenzielle Helfer ausbilden

In Kooperation mit der Björn-Steiger-Stiftung und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin wurde dann das Projekt "Retten macht Schule" nach Mecklenburg-Vorpommern geholt, das das Ziel verfolgt, Schüler zu Lebensrettern auszubilden. Für das Projekt schulte das Team um Dr. Gernot Rücker 300 Lehrer als Wiederbelebungstrainer, die nun ihr Wissen an ihre Schüler der siebten Klassen in ganz Mecklenburg-Vorpommern weitergeben.

"Langfristig werden so in unserem Bundesland die Einwohner flächendeckend zu potenziellen Lebensrettern ausgebildet", erklärt Rücker. "Außerdem wecken wir das Interesse für ehrenamtliche Tätigkeiten und Berufe im Gesundheitswesen." Obwohl sich die Notfallmedizin in den vergangenen Jahren stetig verbessert hat, könne dieser Fakt allein nicht die Zahl der Todesfälle nach schweren Unfällen radikal senken, da die Rettungskette mit dem Erstversorger beginnt.

An diesem Punkt setzen nun Rücker und sein Team an. Um selbst Kindern zu veranschaulichen, wie wichtig die Erstversorgung in der Rettungskette ist, baute Rücker auch das deutschlandweit größte Playmobil-Krankenhaus auf. Damit kann er seinen Schülern, die die Rostocker Simulationsanlage für Notfallausbildung am Uniklinikum (RoSaNa) besuchen, die Rettungskette von der Unfallstelle bis zur Intensivstation zeigen. "Die Ausbildung von Lebensrettern ist von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft", lobt die Jury der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin das Gesamtprojekt. Mecklenburg-Vorpommern ist damit bundesweit führend in der Wiederbelebungsausbildung bei Schülern.

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