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Lokales

23. September 2017 | 05:58 Uhr

Auszeichnung für den Stakato-Sohn

vom

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2010 | 07:32 Uhr

Dellien | Mit großem Erfolg kehrte Familie Dähling aus Dellien von der Hengstkörung in Verden an der Aller zurück. Verden ist der Körplatz für die Hannoversche Warmblutzucht.

Erstmalig war Renaldo Dähling mit einem selbst gezüchteten zweieinhalbjährigen Sohn des legendären Springpferdevererbers Stakato (aktueller Deutscher Meister bei den Damen) vertreten und kam gleich in die Endrunde der Hengstkörung. "Aus 700 Zweieinhabjährigen bei den Vorauswahlen wurden 90 Pferde für die Hengstkörung am vergangenen Wochenende zugelassen. Von 70 Hengsten mit Dressurabstammung erhielten 31 das Prädikat gekört, darunter waren zehn Prämienhengste", berichtete Züchter Hermann Dähling.

Bei den Hengsten mit Springabstammung, 20 an der Zahl, wurden 14 gekört. Fünf von ihnen erhielten die Auszeichnung als Prämienhengst - und unter letzterem befand sich dann auch der von Renaldo präsentierte Stakato-Gardeulan I-Sohn. Dieser wurde am 23. Oktober versteigert und sieht nun im Gestüt Famos in der Nähe von Wildeshausen bei Bremen einer Zukunft als Zuchthengst entgegen.

Auf dem Hof von Hermann Dähling in Dellien werden schon seit den 30er-Jahren Hannoveraner gezüchtet. Nach 1945 habe die Hannoveraner Zucht eines ihrer besten Zuchtgebiete verloren, so Dähling, aber die verbleibenden Tiere - zehn Hengste und 700 Hauptbuchstuten - wären zum Kraftquell für die Pferdezucht in Mecklenburg geworden. Berühmte Stuten und Hengste, die über die ganze DDR verteilt waren, hätten ihren Ursprung im Amt Neuhaus, so Dähling.

Durch die sozialistische Entwicklung in der Landwirtschaft verlor dann aber die Pferdezucht im Amt Neuhaus ihre Bedeutung. Auch zu DDR-Zeiten wurde versucht, die Tradition fortzuführen. Noch bis 1968 wurde "hannoversch gebrannt", bekamen die Tiere also das Brandzeichen des Hannoverschen Verbandes.

Man wachte genau darüber, dass die Pferde mindestens 50 Prozent hannoversches Blut führten und hatte ein extra Zuchtbuch, das einmal im Jahr von Hannover nach Neuhaus und wieder zurück geschickt wurde. Doch nicht nur das Zuchtbuch wanderte über die Elbe hin und her. Der Verband verkaufte auch Pferde in die DDR, so 1964 den Hengst "Feierabend" unter der Bedingung, dass er die Stuten im Amt Neuhaus deckt.

Der Verband der Hannoverschen Warmblutzüchter ist heute der größte geschlossene Zuchtverband innerhalb Europas und hat 12 000 zuchtaktive Stuten.

Hermann Dähling freut sich über den jüngsten Erfolg seines Zuchtbetriebes und hat großen Spaß daran, Stammlinien zurückzuverfolgen. "Züchten heißt, in Generationen zu denken."

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