Ausstellung im ehemaligen Altarraum

<strong>Zwei Bleiglasfenster </strong>hat Rainer Finck belassen. Sie geben der Ausstellung im  Altarraum der ehemaligen Antoniuskapelle in Bernitt eine besondere Athmosphäre.  Der Töpfer  zog mit seiner Werkstatt jetzt dort ein.<foto>REgina Mai</foto>
Zwei Bleiglasfenster hat Rainer Finck belassen. Sie geben der Ausstellung im Altarraum der ehemaligen Antoniuskapelle in Bernitt eine besondere Athmosphäre. Der Töpfer zog mit seiner Werkstatt jetzt dort ein.REgina Mai

svz.de von
03. August 2010, 01:57 Uhr

Bernitt | Wo einst Bankreihen das Bild bestimmten und den Blick nach vorn in den Altarraum lenkten, stehen heute halbfertige Keramikobjekte auf schmalen Tischen oder einfach auf Brettern. Links hat der Brennofen seinen Platz bekommen. Rainer Finck (48) ist mit seiner Keramikwerkstatt in die ehemalige Antoniuskapelle in Bernitt umgezogen.

"Es ist schon noch ein merkwürdiges Gefühl", gesteht der Keramiker, seit 1995 selbstständig tätig. Aber er habe auch viel mehr Platz als in seiner alten Werkstatt, fügt er schnell hinzu. Vor drei Jahren hat er das Gebäude gekauft. Da war es schon längst keine Kapelle mehr. Schon 2002 war das Gebäude von der katholischen Kirche aufgegeben worden. "Auch zuvor war es nur eine Außenstelle von Bützow", erzählt der Katholik. Rückläufige Zahlen bei Katholiken und Priester zwingen seit geraumer Zeit zur Konzentration, so auch im Raum Bützow. Flüchtlinge aus Ostpreußen und dem Sudetenland, so weiß Rainer Finck, wollten sich in der neuen Heimat eine Heimstatt einrichten. Sie bauten die Kapelle, die 1953 geweiht wurde und später noch den einen und anderen Anbau, auch ein Glockentürmchen, erhielt. Rainer Finck erinnert sich an Messen und Andachten. Das Gebäude sei schon zum Abriss freigegeben gewesen, aber das hätte der Katholik nicht mit ansehen können. Nach langen Verhandlungen ging es 2007 in seinen Besitz über (SVZ brichtete).

Den Altarraum hat er als Ausstellungsraum hergerichtet. "Hier womöglich an der Töpferscheibe sitzen, das wäre nicht gegangen", sagt der Keramiker und denkt, dass er mit der Ausstellung dem Raum gerecht wird. In dem Bereich hat er auch die alten Bleiglasfenster belassen, die die dort positionierte Keramiken in ein besonderes Licht tauchen.

Wenn demnächst an der Straße zwei Schilder aufgestellt sind, können auch Besucher den Weg in die neue Werkstatt, gleichzeitig Verkaufsraum, finden. Ansonsten verkauft der Bernitter auf Töpfermärkten. Gerade am Wochenende war er auf der Insel Usedom. Seine Spezialität sind schöne Teekannen, insbesondere solche mit seitlichem Einguss, aber auch Tassen, Teller, Vorratsgefäße - eben gebrauchstaugliche Keramiken. Wichtig ist ihm dabei, "dass sie dicht gebrannt sind", wie er sagt. Spannend für den Keramiker und die Nutzer sei dabei das Wechselspiel der Farben von Ton und Glasur.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen