Ausgepowert

Simone Förster
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Simone Förster

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10. April 2010, 01:57 Uhr

Lübtheen | Die Werkstatt ist ausgeräumt, das Büro steht leer und auch im Gruppenraum erinnert nichts mehr an die vielen Kreativ- und Bastelabende der ASB Frauenpower Station. Seit April ist hier Schluss. Der Arbeiter-Samariter-Bund hat sich aus Lübtheen endgültig zurückgezogen. Nach der Schließung des Freizeithauses Mauseloch und der vergeblichen Bewerbung um die Trägerschaft des Lübtheener Jugendklubs hat der ASB seine letzte Anlaufstelle in der Stadt aufgegeben. "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Norbert Meyer, Geschäftsführer des ASB. "Aber die Geldnot lässt uns keine andere Wahl." Vom Fachdienst Jugend kämen kaum noch Zuschüsse, die Stelle in der Frauenpowerstation sei fast ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert worden. "Uns brechen langfristig die Mitglieder weg, weil wir unsere Stellen aus ihren Beiträgen bezahlen." Dazu käme, dass die Arbeit vor Ort mit nur einer Mitarbeiterin nie zu gewährleisten war. Immer und ständig war auch Simone Förster in Lübtheen im Einsatz, die aber in erster Linie das Freizeithaus in Hagenow leitet. "Die zusätzlich Arbeit an den Abenden und Wochenenden frisst sie auf. Ich kann meine guten Mitarbeiter auf die Dauer nicht so verheizen."

Simone Förster, die das Mauseloch und die Frauenpowerstation in Lübtheen mit aufgebaut hat, sieht die Schließung mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sie sagt. "Es tut weh, wenn man etwas gehen lässt, was man jahrelang mit betreut hat. Andererseits können wir jetzt verstärkt in Hagenow und Umland aktiv sein und noch mehr gestalten, denn die Mitarbeiterin der Frauenpowerstation Ramona Kotsch arbeitet seit 1. April in Hagenow." Man bündle jetzt die Kräfte in Hagenow ohne Lübtheen aus den Augen zu lassen. Simone Förster: "Wir werden weiterhin beim Frauenfrühstück die Kinderbetreuung übernehmen oder Schulprojekte anbieten." So wird der ASB demnächst mit dem Projekt "Der kleine Prinz - ein Bote für die Kinderrechte" in die Regionale Schule gehen.

Nicht fortsetzen wird der ASB hingegen den beliebten lebendigen Adventskalender im Dezember. "Wir hätten uns gefreut, wenn der ASB geblieben wäre", sagt Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau. "Jetzt können wir nur hoffen, dass sich ein würdiger Nachfolger für den Adventskalender findet."

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