Aus für das Perleberg-Festival

18. August 2010 - da war die Welt noch in Ordnung, warben Freundeskreis und Stadt  für das 13. Perleberg-Festival.Archiv
18. August 2010 - da war die Welt noch in Ordnung, warben Freundeskreis und Stadt für das 13. Perleberg-Festival.Archiv

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05. November 2010, 11:32 Uhr

Perleberg | "Das Perleberg-Festival wird es nicht mehr geben." Diese Hiobsbotschaft verkündete gestern Abend Bürgermeister Fred Fischer auf der Sitzung des Hauptausschusses. Der Freundeskreis hätte ihn kurzfristig darüber informiert. Uwe Steuer, einer der führenden Köpfe des Freundeskreises, bestätigte das auf Nachfrage.

Der Grund: Die Finanzierung ist nicht mehr zu deckeln. Vor 13 Jahren brachte das Land das Festival nach Perleberg, so Steuer, unterstützte mit 200 000 Mark die Kulturofferte - drei Jahre lang. "Zehn Jahre haben wir weiter gemacht, weder in den Ansprüchen noch in der Qualität nachgelassen. Seitens des Landes gab es weiterhin gewisse Unterstützung", so Uwe Steuer. Auch dieses Mal stellte man diese in Aussicht. Drei Wochen vor dem Termin wurden dann 5000 Euro gestrichen. "Das sind die Nassen, die wir letztlich gemacht haben", macht Uwe Steuer die Rechnung auf. Dieses Finanzloch kommt nun auf die Stadt zu. "Auf Dauer können wir das nicht stopfen, denn darüber hinaus fließen 5900 Euro aus dem Prignitz-Sommer fürs Festival und eine Menge an Sachleistungen, die wir als Stadt erbringen", überschlägt der Bürgermeister. In Auswertung der Veranstaltung habe die Stadt angeregt, dass der Freundeskreis ein neues Konzept - klein, aber nicht minder fein - erarbeitet "und wir dann versuchen, die Sache gemeinsam zu wuppen". Denn das Land habe angekündigt, dass man künftig nicht weiter mit finanzieller Unterstützung fürs Festival rechnen könne.

13 Jahre war das Perleberg-Festival eine Hausnummer "und in diesem Jahr auch wieder ein Besuchermagnet mit über 1000 Besuchern", betont Uwe Steuer. Selbst das Eröffnungskonzert war noch nie so gut besucht wie 2010. "Doch wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Und das lieber auf des Gipfels Spitze, als im Tal." Steuer lässt keinen Zweifel daran, dass es den Akteuren all die Jahre Spaß gemacht hat. Doch nur mit diesen Ansprüchen, wie man sie all die Jahre bedient habe, in der Qualität, Vielfalt und Größe sei es auch ein Festival. Diese Basis gebe es nicht mehr und so war das 13. auch das letzte, wo sich in Perleberg an einem Wochenende musikalisch die Welt traf.

Ob und wie man dieses Loch in der Kulturlandschaft der Stadt schließen will und kann, mit dieser Frage werde sich nun vor allem der Kulturausschuss der Stadt zu beschäftigen haben, so Bürgermeister Fischer.

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