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Lokales

20. November 2017 | 03:15 Uhr

Aus der Regennot eine Tugend gemacht

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svz.de von
erstellt am 03.Jul.2011 | 07:46 Uhr

PARCHIM | Aus der Not eine Tugend machte das Parchimer Jugend- und Familienzentrum "Club am Südring": Wegen des penetranten Dauerregens wurde das traditionelle Sommerfest am ersten Sonnabend im Juli nicht wie gewohnt am Spiel- und Sportplatz in der Brunnenstraße, sondern im Südring gefeiert: "Nach 20 Jahren Sonnenschein kann unser Fest ruhig einmal verregnen", verbreitete Leiterin Karin Gruhlke dort gute Laune.

Im Zentrum und auf dem Freigelände waren etliche Spielstationen aufgebaut, sodass keine Langeweile aufkam. Dana Falk war für die Goldwäscherei verantwortlich. Die gefundenen Nuggets konnten sogleich gegen Schokoladentaler eingetauscht werden. Künstlerisch ging es bei Detlef Schmöhl zu: An seinem Tisch sprühten Kinder urzeitliche Echsen und Saurier mit Airbrush-Pistolen in ihrer Lieblingsfarbe ein. Beim Glücksrad nebenan galt es, dreimal hintereinander auf der gleichen Farbe zu landen, um einen Preis zu ergattern. Für alle Fälle standen außerdem eine Art Schleuder-Golfspiel, Kasperleköpfe als Wurfscheiben und Pedalos bereit. Eine reichbestückte Tombola reizte zum Loskauf. Ehrenamtliche Helferinnen hatten dafür gesorgt, dass sich das Buffet vor selbstgebackenen Kuchen durchbog. Außerdem wurde gegrillt - aber elektrisch und im Innenraum. Dazu waren sämtliche Ehrenamtliche als Dank für ihre treue Mitarbeit eingeladen. Karin Gruhlke: "Ohne deren Hilfe könnten wir unsere Arbeit nicht leisten."

Unter Leitung von Christel und Fred Frank traten die Parchimer Inlinedancer auf. Die Begleitmusik für ihre exakten Formationstänze ging auch den Zuschauern in die Beine - und vor allem in die Hände: Rhythmisch beklatscht, stand dieser Auftritt bereits nach wenigen Minuten als erster Höhepunkt des Festprogramms fest.

Der "Club am Südring" war einst auf Druck einer Bürgerinitiative entstanden, die sich gegen die Umweltfrevel der russischen Besatzungsmacht gewandt hatte. Dank eines überzeugenden Konzepts gelang es danach, vom Sozialministerium als eines von lediglich acht multifunktionalen Jugend- und Familienzentren in ganz Mecklenburg-Vorpommern anerkannt zu werden: "Betreuen, begegnen, beraten, bilden" lautet das Motto, dessen Überschrift "Alles unter einem Dach" dann wie eine Art Ideenklau den Mehrgenerationenhäusern zugeordnet wurde.

Das Haus im Südring gehört nach wie vor der Stadt Parchim. In Selbsthilfe und mit Eigenmittel renoviert und ausgebaut hat es aber - außer der neuen Dachhaut - der "Club am Südring". Der Club trägt auch die laufenden Betriebskosten, was laut Karin Gruhlke "allerdings immer schwerer wird". Vorbei sind die Zeiten, als die Robert-Bosch-Stiftung noch Zuschüsse leistete: Inzwischen ist das Clubhaus mit seinen 2,5 Arbeitsstellen, Betrieb und Programm hauptsächlich auf städtisches Budget angewiesen. Und dabei schlägt es nicht unerheblich zu Buche, wenn Gema- oder Gestattungsgebühren für das Sommerfest vom Club vorab zu entrichten waren - und nicht erstattet werden, obwohl der Veranstaltungsort wie jetzt nicht der geplante war. Karin Gruhlke: "Dieses Geld ist leider weg !"

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