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Lokales

20. September 2017 | 02:26 Uhr

Auftragsbücher bei Biodiesel gut gefüllt

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2010 | 09:37 Uhr

Falkenhagen | Die EOP Biodiesel AG in Falkenhagen scheint zurück in der Erfolgsspur zu sein. "Unsere Auftragsbücher sind voll und die Anlagen zu 93 Prozent ausgelastet", sagt der Vorstandsvorsitzende Jörg Jacob. Das sei die gute Nachricht.

Die weniger gute sei, dass die Rohstoffpreise für Rapssaat und Rapsöl enorm gestiegen sind, so Jacob. Diese Entwicklung sei aber nicht auf eine schlechter als erhofft ausgefallene Ernte zurückzuführen. Zwar gab es Ertragseinbußen von 15 bis 20 Prozent, "aber ausschlaggebend für den Preisanstieg halte ich eher Spekulationen an den Rohstoffbörsen", sagt Jacob.

Da der Rohölpreis aber seit Monaten relativ niedrig sei, seien die erzielten Erträge für den Biodiesel eher gering und nicht in dem Maße gestiegen wie die Rohstoffpreise selbst. "Die Situation ist ernst, da brauchen wir nicht herumreden. Wenn das Unternehmen in der Vergangenheit nicht so viel Geld im Ausland verbrannt hätte, könnten wir diese Durststrecke leicht überstehen. So aber wird es schwierig", fasst Jacob die Situation zusammen.

Schlimmstenfalls müsse das Unternehmen eine Produktionsanlage abgeschalten und Mitarbeiter entlassen oder in Kurzarbeit schicken. "Ich gehe davon aus, dass es sich bei den Rohstoffpreisen um eine Spekulationsblase handelt, die irgendwann platzt, wenn der erste beginnt, seine Ware zu verkaufen und nicht länger auf steigende Preise setzt", hofft der Vorstandschef. Dann setze die Talfahrt der Rohstoffpreise ein. "Bis dahin müssen wir durchhalten", so Jacob.

Zu den finanzierenden Banken halte man einen guten Kontakt und diese würden zu ihren Zusagen an das Unternehmen stehen, dieses weiter unterstützen. In den nächsten Monaten, so kündigt Jacob gegenüber dem "Prignitzer" an, werde die EOP auch ihre neu ausgerichtete Unternehmensstrategie den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit präsentieren.

Weitgehend abgeschlossen sei ein Stück Vergangenheitsbewältigung, erklärt Jörg Jacob und spricht damit die Arbeit des früheren Vorstands und des ehemaligen Aufsichtsrats an. Ihnen wird eine Verletzung ihrer Pflichten vorgeworfen, die Aktionäre hatten Mitgliedern im Mai keine Entlastung erteilt, sondern Schadenersatz in Höhe von sechs Millionen Euro gefordert. Mittlerweile seien die Klagen beim Landgericht Neuruppin eingereicht, informiert Jacob. Die Verhandlungstermine vor der Kammer für Handelssachen sind für das Frühjahr 2011 angesetzt. "Damit sind wir unseren gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen", so Jacob. Die Angeklagten hätten sich nicht persönlich bereichert, aber dem Unternehmen und den Aktionären Schaden zugefügt. Unter anderem gehe es um fragwürdige Auslandsgeschäfte.

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