zur Navigation springen
Lokales

21. November 2017 | 20:19 Uhr

Auf Geschichtstrip im Schulkeller

vom

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2010 | 07:03 Uhr

Perleberg | "Geht mal gucken." Für Angelique, Manyana und Saskia aus der 13. des Gottfried-Arnold-Gymnasiums hieß das, in Gefilde der Schule einzudringen, die ihnen sonst verborgen bleiben - in den Keller des Hauses in der Puschkinstraße. "Jede Menge Kisten, darauf unterschiedliche Jahrgänge vermerkt, erwarteten uns", berichtet Angelique. Je älter das Datum auf den Kartons, um so interessanter der Inhalt, denn auf den Spuren der Geschichte ihrer Schule hatten sich die Schülerinnen im Rahmen der Projektwoche begeben. Alte Zeugnisse, Krankschreibungen, Fotoalben über Klassenfahrten und von Sportfesten sowie Abi-Prüfungen fanden sie und stießen dabei auch auf den einen oder anderen bekannten Namen, erzählen sie und schmunzeln.

Etliche alte Schriftstücke lagern da im Keller, teilweise noch in Sütterlinschrift verfasst - "für uns nicht lesbar", gestehen die drei. Zwei Broschüren fielen ihnen aber besonders ins Auge: Jahresberichte aus der älteren Schulgeschichte und alte Perleberger Fotografie, herausgegeben 1926 vom Bürgerverein. "Darin auch Abbildungen jener Gebäude, die ein Stück Geschichte unserer Schule verkörpern", fügt Manyana an und deutet auf das Realgymnasium, das ab 1861 in Perleberg die Möglichkeit eröffnete, das Abitur abzulegen. Die Schule An der Buhne, einst als Lyzeum gebaut, beheimatete zu DDR-Zeiten die Erweiterte Oberschule, und die einstige Gemeindeschule in der Wilsnacker Straße ist heute Teil des Gymnasiums.

Eigentlich hofften die drei Schülerinnen, im Keller einiges über den Namensgeber ihrer Schule - Gottfried Arnold - zu entdecken, "doch da fand sich nicht allzu viel." In Hartmut Schneider, von 1991 bis 2005 Direktor des Perleberger Gymnasiums, hatten sie aber einen Zeitzeugen, der "uns sehr viel berichten konnte, vor allem auch über Gottfried Arnold", betont Saskia. Recherche im Internet fügte manch weiteres Mosaiksteinchen zum Gesamtbild. Auf einem Zeitstrahl wollen sie nun in Wort und vor allem mit vielen Bildern das dokumentieren, worauf sie in der einen Woche ihres Trips durch die Geschichte gestoßen sind. "Es ist ein Anfang, vielleicht findet sich wieder ein Projektkurs Geschichte, der fortführt, was wir begonnen haben", so Manyana.

"Ja, die Zeit ist eigentlich zu kurz", meinen auch Sarah und Alisa aus der 8. Klasse. Die musikalische Ausrichtung der Gymnasiums war ihre Schiene. "1991 gab es wieder ein Gymnasium in Perleberg und fortan auch einen Chor", berichten die beiden. Mit "Josef" und "Rats" entstanden zwei Musicals und im Laufe der Jahre etliche Bands an der Schule.

Im nächsten Jahr gibt es viel zu feiern

2011 ist ein Jahr der Jubiläen am Gymnasium: 170 Jahre Abitur, 150 Jahre Preußisches Realgymnasium, 20 Jahre Gottfried-Arnold-Gymnasium und 20 Jahre Chor. Für Rhea Zierke und Birgitt Günther, die das Geschichtsprojekt betreuen, Anlass, die Schüler auf einen Exkurs in die Historie ihres Gymnasiums zu schicken. Jonas und Lea aus der 7. stöberten im Stadtarchiv, um etwas über den Schulalltag in früheren Zeiten zu erfahren. Viele alte Aufnahme werden auf ihrer Schau tafel zu sehen sein. Die beiden Oliver aus der 11./12. , beide im Geschichtsleistungskurs, widmeten sich dem Bildungswesen von 1860 bis 1994, durchforsteten neben dem Internet vor allem auch das Stadt- und Schularchiv. Das Früher und Heute wollen sie gegenüberstellen und dazu gehört auch, was Zeitzeugen wie Günther Schabrod, viele Jahre Lehrer am Gymnasium, zu erzählen haben. Schüler der 7. Klasse listeten unter anderem den Dokumentationsbestand auf - eine gute Vorarbeit für weitere Geschichtsprojekte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen