Auf Geburtstagssafari im Tierpark

Auch das Hüten kleiner Rasselbanden gehört zu seinem Geschäft als Tierparkleiter, meint Michael Niesler. Hier ist er mit Pauls Geburtstagsrunde  an der Taststrecke in der Zooschule. Birgit Hamann
Auch das Hüten kleiner Rasselbanden gehört zu seinem Geschäft als Tierparkleiter, meint Michael Niesler. Hier ist er mit Pauls Geburtstagsrunde an der Taststrecke in der Zooschule. Birgit Hamann

von
01. November 2010, 08:24 Uhr

Perleberg | Wenn es nach Paul und seinen Freunden gegangen wäre, hätten sie von Sonnabend zu Sonntag wohl im Tierpark übernachtet, vermutlich bei den Ziegen. Paul Beinio aus Klein Welle feierte hier seinen sechsten Geburtstag. Die Jungs waren völlig aufgedreht und total begeistert. "Die schlafen heute; bestimmt gut", mutmaßte Tierparkleiter Michael Niesler und erntete lächelnde Zustimmung bei Pauls Eltern, Sonny und Jürgen Beinio. Was fanden die Jungs denn am spannendsten, wollte der "Prignitzer" von Paul wissen. "Die Stachelschweine - aber auch die Wölfe ...". Oder die Braunbären, die bereits ihr Winterschlafquartier bezogen hatten? Vielleicht aber waren es ja doch die Kattas, die Totenkopfäffchen oder die zutraulichen Zicklein.

Für Kinder gibt es draußen und auch drinnen, in der Zooschule, eine Menge zu entdecken. Im Schulraum war am Sonnabend der Geburtstagskaffeetisch gedeckt. Kuchen, Getränke und Einmalgeschirr hatte die Familie mitgebracht. Lange hielt es die Jungs allerdings nicht auf den Stühlen. Während Eltern und Großeltern noch gemütlich ihren Kaffee austranken, absolvierte Michael Niesler mit den Kindern die Taststrecke. Dann wurden die Jacken übergezogen und es ging wieder raus an die frische Luft. "Wir hatten für Pauls Geburtstag was Besonderes gesucht, hier in der Nähe. Und pädagogisch wertvoll sollte es auch noch sein. Aus Medienberichten wusste ich, dass größere Zoos solche Feiermöglichkeiten anbieten. Also rief ich einfach in Perleberg an und fragte, ob es hier so etwas auch gibt", erzählt Sonny Beinio.

Gesagt - getan, und schon fand sich die Familie an einem wunderbaren Herbsttag im Tierpark wieder. Dieses Angebot, so Tierparkchef Michael Niesler, bestehe, ebenso wie die Zooschule, schon seit geraumer Zeit. Allerdings wurde das in der Öffentlichkeit nicht so stark wahrgenommen. "Das soll sich ändern. Schließlich sind Kinder, wie Paul und seine Freunde, die besten Werbeträger für den Tierpark, die man sich denken kann, Multiplikatoren sozusagen." Und das Angebot soll nicht nur vorgehalten, sondern ausgebaut werden. Tierparksafaris oder Schatzsuche sind Dinge, die sich beispielsweise Tierpfleger Karsten Künstler vorstellen könnte. "So etwas habe ich selbst schon einmal ausgearbeitet und mit meinen eigenen Kindern ausprobiert", sagt er.

Übrigens hatte es sich offenbar unter den zahlreichen Besuchern, die Samstagnachmittag im Tierpark unterwegs waren, schnell herumgesprochen, dass eine Gruppe geführt wurde. Am Winterschlafquartier der Braunbären, das die Kindergeburtstagsrunde in Begleitung von Karsten Künstler betreten durfte, hatte sich sofort eine Menschenschlange gebildet. Weggeschickt wurde niemand, jeder, der wollte, durfte einen Blick riskieren - und das waren beileibe nicht nur Kinder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen